{"id":631,"date":"2026-08-17T19:06:03","date_gmt":"2026-08-17T19:06:03","guid":{"rendered":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631"},"modified":"2026-08-17T19:06:04","modified_gmt":"2026-08-17T19:06:04","slug":"alpenpasse-wanderung-tag-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631","title":{"rendered":"Alpenp\u00e4sse-Wanderung, Tag 8"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dienstag, 21.07.2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe \u2013 wider Erwartens \u2013 schlecht geschlafen und f\u00fchle mich kr\u00e4nklich&#8230; obwohl ich das Bett \u00e4usserst bequem fand und mich auch sonst sehr wohl gef\u00fchlt habe im Hotel. Der Hals brennt, das Ohr schmerzt st\u00e4rker als auch schon und das Befinden insgesamt l\u00e4sst mich \u00fcberlegen, die Tour abzubrechen und direkt mit dem \u00d6V nach Hause zu fahren. Spannenderweise bin ich dem Gedanken gegen\u00fcber offen, habe mich schon fast dazu entschieden abzubrechen\u2026 was mir gar nicht \u00e4hnlich sieht. Normalerweise setzt sich mein Kopf&#8230; mein Ego immer durch wenn ich mir etwas vorgenommen habe\u2026 ohne R\u00fccksicht auf Verluste. Heute ist es anders. Nat\u00fcrlich f\u00e4nde ich es schade abzubrechen und doch, was sein muss, muss sein\u2026 ich werfe ein Ibu ein, behandle mein Ohr mit Wasserstoffperoxid und gehe runter in den Fr\u00fchst\u00fccksraum, wo ich wiederum \u00e4usserst freundlich von der Besitzerin des Hotels begr\u00fcsst werde. Sie bringt mir einen doppelten Espresso und nach den ersten Schlucken sowie einigen Bissen Brot, Konfit\u00fcre, K\u00e4se und Fleisch bessert sich mein Zustand rasant\u2026 wird sicher auch das Ibu sein\u2026 ein weiterer Kaffee und noch mehr Nahrung folgen und ich beschliesse die Fortsetzung der Tour zu versuchen\u2026 erstmal geht\u2019s ja mit dem \u00d6V nach St. Luc\u2026 mein Bus f\u00e4hrt um 09:49 in Evol\u00e8ne ab, nach Sion, von dort aus geht&#8217;s mit dem Zug weiter nach Sierre und dann mit dem Postauto nach St. Luc, wo ich erst nach 12 Uhr ankomme. Also noch etwas Zeit um mir klar zu werden, ob es etwas wird. Ausserdem habe ich in Sion genug Zeit um eine Apotheke aufzusuchen und mehr Ibuprofen zu beschaffen. Und sollte ich im Aufstieg zum Meidpass dann doch feststellen, dass es nix wird, kann ich jederzeit zur\u00fcckkehren und nach Hause fahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich packe meine Sachen zusammen und checke aus dem Hotel aus\u2026 der Marsch zur Bushaltestelle f\u00fchlt sich gut an\u2026 In Sion gehe ich wie geplant zur Apotheke und kaufe mir noch ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck\u2026 die Zugfahrt nach Sierre ist flugs durch und schon sitze ich im Postauto nach St. Luc. Es hat einige andere Menschen im Bus und die nerven mich ziemlich\u2026 generell f\u00fchlte ich mich auch in den vorherigen Verkehrsmitteln unter Menschen nicht wohl\u2026 ich will st\u00e4ndig nur wieder in die Berge und weg von den Menschen\u2026 das wird mir gerade auf dieser Fahrt bewusst\u2026 und speziell ein anderer Fahrgast im Postauto, der sich schon in Sierre \u00fcber den Chauffeur enervierte, weil dieser \u00abso ein typischer fauler Walliser ist\u00bb weil er die Leute ihr Gep\u00e4ck selbst im Gep\u00e4ckfach verstauen l\u00e4sst, geht mir besonders auf den Sack. Ein typischer schweizer B\u00fcnzli, der immer alles kritisieren muss und st\u00e4ndig am N\u00f6rgeln ist. Seine Frau sch\u00e4mt sich regelrecht f\u00fcr ihn\u2026 aber auch diese Fahrt ist irgendwann zu Ende. Nun noch mit der Standseilbahn hoch und weiter geht meine Wanderung. In der Standseilbahn wieder witzige Szenen\u2026 Ein Herr regt sich \u00fcber die Downhill-Biker auf, die ein ganzes Abteil in der Bahn mit ihren Bikes besetzen\u2026 dabei ist dieses Abteil genau f\u00fcr Downhill-Biker reserviert. Ich bin froh, als ich aussteigen kann. Ich marschiere direkt weg von den Touristen und als ich endlich etwas abseits bin und allein auf dem Weg, bleibe ich stehen und mache mich richtig marschbereit\u2026 Sonnencreme einschmieren, Headbuff gegen den Wind montieren\u2026 spannend, dass ich dermassen das Bed\u00fcrfnis habe, mich der Menschenmasse zu entziehen, das war sonst nie ein Thema und normalerweise f\u00fchle ich mich unter Menschen sehr wohl\u2026 Der Aufstieg beginnt moderat und f\u00fchlt sich gut an. Und die Gegend ist wundersch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-632\" style=\"width:770px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-768x1024.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-225x300.jpg 225w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_131250-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-633\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_131250-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_131250-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_131250-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_131250-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_131250-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_131250-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_133335-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-635\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_133335-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_133335-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_133335-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_133335-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_133335-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_133335-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_140001-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-634\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_140001-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_140001-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_140001-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_140001-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_140001-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_140001-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abbruch-Option ist schon bald kein Thema mehr\u2026 Puls ist im normalen Bereich\u2026 was unterdessen soviel heisst wie dass er sich um knapp 100-110 Schl\u00e4ge pro Minute bewegt\u2026 im Aufstieg mit 20kg Gep\u00e4ck\u2026 was mich immer noch staunen l\u00e4sst\u2026 normalerweise habe ich im Aufstieg \u2013 auch mit weniger Gep\u00e4ck \u2013 einen Puls von 140-160\u2026 aber seit etwa dem vierten Tag dieser Tour hat sich das ver\u00e4ndert&#8230; Ganz gut f\u00fchle ich mich nicht, aber gut genug, um den Aufstieg durchzuziehen. Beim Lac de l\u2019Armina lege ich eine l\u00e4ngere Pause ein, beobachte witzige kleine Fische im See und stelle irgendwann mit grosser Freude fest, dass ich ja in Evol\u00e8ne noch eine Schorle in den Rucksack gepackt habe. Ein Hochgenuss!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_142037-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-636\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_142037-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_142037-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_142037-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_142037-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_142037-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_142037-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_143029-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-690\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_143029-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_143029-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_143029-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_143029-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_143029-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_143029-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_144508-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-637\" style=\"aspect-ratio:0.750007629627369;width:675px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_144508-768x1024.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_144508-225x300.jpg 225w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_144508-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_144508-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_144508-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_144508-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der restliche Aufstieg zum Pass ist wiederum eher hart und der Wind, der mir schon seit Beginn der Etappe um die Ohren peitscht, mach das Ganze nicht angenehmer. Auf der Passh\u00f6he ist der Wind so stark, dass der Wegweiser ein Lied spielt, es klingt fast wie der Klang eines Alphorns. Eine Weile schaue ich umher, weil ich effektiv meine, dass irgendwo jemand ein Alphorn spielt\u2026 aber eben, es ist nur der Wind\u2026 Die Aussicht ins Turtmanntal sowie auf die Barrh\u00f6rner und das Bishorn &#8211; welches sich zwar versteckt &#8211; ist herrlich. Ich halte nur kurz inne und beginne ziemlich direkt mit dem Abstieg, da der Wind einen Aufenthalt auf der Passh\u00f6he \u00e4usserst unattraktiv erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153057-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-639\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153057-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153057-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153057-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153057-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153057-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153057-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153630-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-640\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153630-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153630-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153630-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153630-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153630-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_153630-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Weg zum Meidsee \u2013 ich bin nun definitiv im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis angekommen \u2013 begegnet mir eine Gruppe junger Wanderer. Der letzte der Gruppe spricht mich an und fragt, ob es auf der anderen Seite des Passes gute Pl\u00e4tze zum Biwakieren und allenfalls auch Wasser gibt. Beides bejahe ich, mit dem Hinweis, dass der Wind dort sehr stark bl\u00e4st und ich aus dem Grund auf dieser Seite eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit, wahrscheinlich beim Meidsee suche. Er erkl\u00e4rt mir, dass sie auch um den Meidsee biwakieren wollten, aber dort ebenfalls starker Wind weht und es kaum Schutz gibt. Als ich beim Meidsee ankomme best\u00e4tigt sich das\u2026 wundersch\u00f6n, aber starker Wind und keinerlei Windschutz\u2026<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_155614-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-641\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_155614-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_155614-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_155614-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_155614-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_155614-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_155614-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_160338-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-642\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_160338-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_160338-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_160338-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_160338-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_160338-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_160338-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also weiter absteigen\u2026 Die Koordination f\u00e4llt mir zunehmend schwer, da die Beine von den vorherigen sieben Tagen ziemlich erm\u00fcdet sind\u2026 und die F\u00fcsse schmerzen\u2026 Nach etwa 30 Minuten gelange ich zum \u00abChlei Seewji\u00bb einem kleinen See\u2026 der viel sch\u00f6ner ist als der Meidsee\u2026 und es hat viele Felsen und Stufen im Gel\u00e4nde die Schutz vor dem Wind bieten\u2026 und ich k\u00f6nnte, falls notwendig, Wasser aus dem See nehmen und filtern. Ich suche mir den besten Platz und deponiere meinen Rucksack\u2026 Es hat schon eine kleine Steinmauer die zus\u00e4tzlichen Windschutz zur Seite bietet. Der Platz ist perfekt f\u00fcr Cowboy-Camping\u2026 die letzte Nacht meiner Tour &#8211; unter freiem Himmel, grossartig! Ich erh\u00f6he die Mauer noch mit einigen Steinen und lege mich testweise hin. Absolut windstill! Freudig setze ich mich, angelehnt an einen Felsen hin und f\u00fclle meine Glykogenspeicher mit sauren Goldb\u00e4ren von Haribo.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_163935-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-643\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_163935-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_163935-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_163935-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_163935-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_163935-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_163935-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_165731-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-644\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_165731-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_165731-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_165731-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_165731-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_165731-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_165731-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_171656-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-645\" style=\"aspect-ratio:0.750007629627369;width:683px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_171656-768x1024.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_171656-225x300.jpg 225w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_171656-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_171656-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_171656-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_171656-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich wieder etwas Kraft gesammelt habe \u2013 insgesamt f\u00fchle ich mich sehr viel besser als am Morgen \u2013 suche ich nach einem Spot an dem ich Handyempfang habe, sodass ich mit Lily kommunizieren kann. Sie hatte in einer ihrer letzten Sprachnachrichten gesagt, dass sie doch nicht l\u00e4nger in Caslano bleiben wird und am Mittwoch heimf\u00e4hrt\u2026 also k\u00f6nnte sie mich, falls ich will, auf dem R\u00fcckweg irgendwo abholen\u2026 Und f\u00fcr mich ist klar; diese Etappe musste noch sein und diese eine Nacht in den Bergen wird der w\u00fcrdige Abschluss meiner Tour\u2026 der Abstieg nach Gruben am n\u00e4chsten Tag wird lediglich etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen und so kann ich den ganzen Morgen lang noch hier am See sein und alles Revue passieren lassen\u2026 Das Ende in Evol\u00e8ne w\u00e4re zu abrupt gewesen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich muss mich etwa 500 Meter und 100 H\u00f6henmeter von meinem Lagerplatz entfernen um ganz schwaches Netz zu finden\u2026 ein Anruf gelingt und Lily geht direkt ran\u2026 doch sie versteht mich nicht\u2026 also h\u00e4nge ich auf und versuche es mit einer Sprachnachricht die tats\u00e4chlich \u00fcbermittelt werden kann\u2026 also nochmals eine Sprachnachricht\u2026 sprechen f\u00e4llt schwer, ich bin komplett heiser\u2026 Alles klappt, Lily kommt mich am n\u00e4chsten Tag in Gruben abholen. Zeit ist nicht klar, aber egal, ich werde irgendwann gegen Mittag in Gruben sein, ins Restaurant gehen und mich durch die Karte fressen, bis sie ankommt\u2026 Der Gedanke an unser Wiedersehen treibt mir die Freudentr\u00e4nen in die Augen\u2026 es wird greifbar\u2026 und steht schon kurz bevor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich zur\u00fcck zu meinem Lagerplatz komme, stellt gerade ein anderer Wanderer sein Zelt unmittelbar neben meinem Platz auf\u2026 zuerst will ich mich dar\u00fcber aufregen, dass ich nicht alleine hier bin, doch irgendwie gelingt das nicht\u2026 es ist einfach ok. Ich frage ihn, ob er klarkommt, da er angesichts des Windes doch etwas zu k\u00e4mpfen hat mit dem Zelt\u2026 er bejaht und fragt mich, ob das mein Rucksack ist der da etwas weiter oben hinter dem Felsen liegt. Ich bejahe ebenfalls. Er sagt, dass er hofft, dass ich nicht zu viel Wind haben werde\u2026 ich bin diesbez\u00fcglich unbesorgt\u2026 setze mich an meinen Platz und richte mein Nachtlager ein\u2026 koche Wasser f\u00fcr mein Abendessen und bin selig\u2026 Nach dem Essen, gegen 20 Uhr schl\u00fcpfe ich in meinen Schlafsack und fange an meinen Tagebucheintrag f\u00fcr den Tag zu verfassen\u2026 doch ich bringe es nicht zu Ende, ich bin zu m\u00fcde\u2026 lege mein Notizbuch weg und schlafe ein.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_191412-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-646\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_191412-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_191412-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_191412-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_191412-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_191412-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_191412-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_195829-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-647\" style=\"width:665px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_195829-768x1024.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_195829-225x300.jpg 225w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_195829-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_195829-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_195829-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_195829-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_193300-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-648\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_193300-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_193300-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_193300-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_193300-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_193300-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_193300-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 21.07.2026 Ich habe \u2013 wider Erwartens \u2013 schlecht geschlafen und f\u00fchle mich kr\u00e4nklich&#8230; obwohl ich das Bett \u00e4usserst bequem fand und mich auch sonst sehr wohl gef\u00fchlt habe im Hotel. Der Hals brennt, das Ohr schmerzt st\u00e4rker als auch schon und das Befinden insgesamt l\u00e4sst mich \u00fcberlegen, die Tour abzubrechen und direkt mit dem \u00d6V nach Hause zu fahren. Spannenderweise bin ich dem Gedanken gegen\u00fcber offen, habe mich schon fast dazu entschieden abzubrechen\u2026 was mir gar nicht \u00e4hnlich sieht. Normalerweise setzt sich mein Kopf&#8230; mein Ego immer durch wenn ich mir etwas vorgenommen habe\u2026 ohne R\u00fccksicht auf Verluste. Heute ist es anders. Nat\u00fcrlich f\u00e4nde ich es schade abzubrechen und doch, was sein muss, muss sein\u2026 ich werfe ein Ibu ein, behandle mein Ohr mit Wasserstoffperoxid und gehe runter in den Fr\u00fchst\u00fccksraum, wo ich wiederum \u00e4usserst freundlich von der Besitzerin des Hotels begr\u00fcsst werde. Sie bringt mir einen doppelten Espresso und nach den ersten Schlucken sowie einigen Bissen Brot, Konfit\u00fcre, K\u00e4se und Fleisch bessert sich mein Zustand rasant\u2026 wird sicher auch das Ibu sein\u2026 ein weiterer Kaffee und noch mehr Nahrung folgen und ich beschliesse die Fortsetzung der Tour zu versuchen\u2026 erstmal geht\u2019s ja mit dem \u00d6V nach St. Luc\u2026 mein Bus f\u00e4hrt um 09:49 in Evol\u00e8ne ab, nach Sion, von dort aus geht&#8217;s mit dem Zug weiter nach Sierre und dann mit dem Postauto nach St. Luc, wo ich erst nach 12 Uhr ankomme. Also noch etwas Zeit um mir klar zu werden, ob es etwas wird. Ausserdem habe ich in Sion genug Zeit um eine Apotheke aufzusuchen und mehr Ibuprofen zu beschaffen. Und sollte ich im Aufstieg zum Meidpass dann doch feststellen, dass es nix wird, kann ich jederzeit zur\u00fcckkehren und nach Hause fahren. Ich packe meine Sachen zusammen und checke aus dem Hotel aus\u2026 der Marsch zur Bushaltestelle f\u00fchlt sich gut an\u2026 In Sion gehe ich wie geplant zur Apotheke und kaufe mir noch ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck\u2026 die Zugfahrt nach Sierre ist flugs durch und schon sitze ich im Postauto nach St. Luc. Es hat einige andere Menschen im Bus und die nerven mich ziemlich\u2026 generell f\u00fchlte ich mich auch in den vorherigen Verkehrsmitteln unter Menschen nicht wohl\u2026 ich will st\u00e4ndig nur wieder in die Berge und weg von den Menschen\u2026 das wird mir gerade auf dieser Fahrt bewusst\u2026 und speziell ein anderer Fahrgast im Postauto, der sich schon in Sierre \u00fcber den Chauffeur enervierte, weil dieser \u00abso ein typischer fauler Walliser ist\u00bb weil er die Leute ihr Gep\u00e4ck selbst im Gep\u00e4ckfach verstauen l\u00e4sst, geht mir besonders auf den Sack. Ein typischer schweizer B\u00fcnzli, der immer alles kritisieren muss und st\u00e4ndig am N\u00f6rgeln ist. Seine Frau sch\u00e4mt sich regelrecht f\u00fcr ihn\u2026 aber auch diese Fahrt ist irgendwann zu Ende. Nun noch mit der Standseilbahn hoch und weiter geht meine Wanderung. In der Standseilbahn wieder witzige Szenen\u2026 Ein Herr regt sich \u00fcber die Downhill-Biker auf, die ein ganzes Abteil in der Bahn mit ihren Bikes besetzen\u2026 dabei ist dieses Abteil genau f\u00fcr Downhill-Biker reserviert. Ich bin froh, als ich aussteigen kann. Ich marschiere direkt weg von den Touristen und als ich endlich etwas abseits bin und allein auf dem Weg, bleibe ich stehen und mache mich richtig marschbereit\u2026 Sonnencreme einschmieren, Headbuff gegen den Wind montieren\u2026 spannend, dass ich dermassen das Bed\u00fcrfnis habe, mich der Menschenmasse zu entziehen, das war sonst nie ein Thema und normalerweise f\u00fchle ich mich unter Menschen sehr wohl\u2026 Der Aufstieg beginnt moderat und f\u00fchlt sich gut an. Und die Gegend ist wundersch\u00f6n. Die Abbruch-Option ist schon bald kein Thema mehr\u2026 Puls ist im normalen Bereich\u2026 was unterdessen soviel heisst wie dass er sich um knapp 100-110 Schl\u00e4ge pro Minute bewegt\u2026 im Aufstieg mit 20kg Gep\u00e4ck\u2026 was mich immer noch staunen l\u00e4sst\u2026 normalerweise habe ich im Aufstieg \u2013 auch mit weniger Gep\u00e4ck \u2013 einen Puls von 140-160\u2026 aber seit etwa dem vierten Tag dieser Tour hat sich das ver\u00e4ndert&#8230; Ganz gut f\u00fchle ich mich nicht, aber gut genug, um den Aufstieg durchzuziehen. Beim Lac de l\u2019Armina lege ich eine l\u00e4ngere Pause ein, beobachte witzige kleine Fische im See und stelle irgendwann mit grosser Freude fest, dass ich ja in Evol\u00e8ne noch eine Schorle in den Rucksack gepackt habe. Ein Hochgenuss! Der restliche Aufstieg zum Pass ist wiederum eher hart und der Wind, der mir schon seit Beginn der Etappe um die Ohren peitscht, mach das Ganze nicht angenehmer. Auf der Passh\u00f6he ist der Wind so stark, dass der Wegweiser ein Lied spielt, es klingt fast wie der Klang eines Alphorns. Eine Weile schaue ich umher, weil ich effektiv meine, dass irgendwo jemand ein Alphorn spielt\u2026 aber eben, es ist nur der Wind\u2026 Die Aussicht ins Turtmanntal sowie auf die Barrh\u00f6rner und das Bishorn &#8211; welches sich zwar versteckt &#8211; ist herrlich. Ich halte nur kurz inne und beginne ziemlich direkt mit dem Abstieg, da der Wind einen Aufenthalt auf der Passh\u00f6he \u00e4usserst unattraktiv erscheinen l\u00e4sst. Auf dem Weg zum Meidsee \u2013 ich bin nun definitiv im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis angekommen \u2013 begegnet mir eine Gruppe junger Wanderer. Der letzte der Gruppe spricht mich an und fragt, ob es auf der anderen Seite des Passes gute Pl\u00e4tze zum Biwakieren und allenfalls auch Wasser gibt. 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Ich suche mir den besten Platz und deponiere meinen Rucksack\u2026 Es hat schon eine kleine Steinmauer die zus\u00e4tzlichen Windschutz zur Seite bietet. Der Platz ist perfekt f\u00fcr Cowboy-Camping\u2026 die letzte Nacht meiner Tour &#8211; unter freiem Himmel, grossartig! Ich erh\u00f6he die Mauer noch mit einigen Steinen und lege mich testweise hin. Absolut windstill! Freudig setze ich mich, angelehnt an einen Felsen hin und f\u00fclle meine Glykogenspeicher mit sauren Goldb\u00e4ren von Haribo. Als ich wieder etwas Kraft gesammelt habe \u2013 insgesamt f\u00fchle ich mich sehr viel besser als am Morgen \u2013 suche ich nach einem Spot an dem ich Handyempfang habe, sodass ich mit Lily kommunizieren kann. 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Sie bringt mir einen doppelten Espresso und nach den ersten Schlucken sowie einigen Bissen Brot, Konfit\u00fcre, K\u00e4se und Fleisch bessert sich mein Zustand rasant\u2026 wird sicher auch das Ibu sein\u2026 ein weiterer Kaffee und noch mehr Nahrung folgen und ich beschliesse die Fortsetzung der Tour zu versuchen\u2026 erstmal geht\u2019s ja mit dem \u00d6V nach St. Luc\u2026 mein Bus f\u00e4hrt um 09:49 in Evol\u00e8ne ab, nach Sion, von dort aus geht&#8217;s mit dem Zug weiter nach Sierre und dann mit dem Postauto nach St. Luc, wo ich erst nach 12 Uhr ankomme. Also noch etwas Zeit um mir klar zu werden, ob es etwas wird. Ausserdem habe ich in Sion genug Zeit um eine Apotheke aufzusuchen und mehr Ibuprofen zu beschaffen. Und sollte ich im Aufstieg zum Meidpass dann doch feststellen, dass es nix wird, kann ich jederzeit zur\u00fcckkehren und nach Hause fahren. Ich packe meine Sachen zusammen und checke aus dem Hotel aus\u2026 der Marsch zur Bushaltestelle f\u00fchlt sich gut an\u2026 In Sion gehe ich wie geplant zur Apotheke und kaufe mir noch ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck\u2026 die Zugfahrt nach Sierre ist flugs durch und schon sitze ich im Postauto nach St. Luc. Es hat einige andere Menschen im Bus und die nerven mich ziemlich\u2026 generell f\u00fchlte ich mich auch in den vorherigen Verkehrsmitteln unter Menschen nicht wohl\u2026 ich will st\u00e4ndig nur wieder in die Berge und weg von den Menschen\u2026 das wird mir gerade auf dieser Fahrt bewusst\u2026 und speziell ein anderer Fahrgast im Postauto, der sich schon in Sierre \u00fcber den Chauffeur enervierte, weil dieser \u00abso ein typischer fauler Walliser ist\u00bb weil er die Leute ihr Gep\u00e4ck selbst im Gep\u00e4ckfach verstauen l\u00e4sst, geht mir besonders auf den Sack. Ein typischer schweizer B\u00fcnzli, der immer alles kritisieren muss und st\u00e4ndig am N\u00f6rgeln ist. Seine Frau sch\u00e4mt sich regelrecht f\u00fcr ihn\u2026 aber auch diese Fahrt ist irgendwann zu Ende. Nun noch mit der Standseilbahn hoch und weiter geht meine Wanderung. In der Standseilbahn wieder witzige Szenen\u2026 Ein Herr regt sich \u00fcber die Downhill-Biker auf, die ein ganzes Abteil in der Bahn mit ihren Bikes besetzen\u2026 dabei ist dieses Abteil genau f\u00fcr Downhill-Biker reserviert. Ich bin froh, als ich aussteigen kann. Ich marschiere direkt weg von den Touristen und als ich endlich etwas abseits bin und allein auf dem Weg, bleibe ich stehen und mache mich richtig marschbereit\u2026 Sonnencreme einschmieren, Headbuff gegen den Wind montieren\u2026 spannend, dass ich dermassen das Bed\u00fcrfnis habe, mich der Menschenmasse zu entziehen, das war sonst nie ein Thema und normalerweise f\u00fchle ich mich unter Menschen sehr wohl\u2026 Der Aufstieg beginnt moderat und f\u00fchlt sich gut an. Und die Gegend ist wundersch\u00f6n. Die Abbruch-Option ist schon bald kein Thema mehr\u2026 Puls ist im normalen Bereich\u2026 was unterdessen soviel heisst wie dass er sich um knapp 100-110 Schl\u00e4ge pro Minute bewegt\u2026 im Aufstieg mit 20kg Gep\u00e4ck\u2026 was mich immer noch staunen l\u00e4sst\u2026 normalerweise habe ich im Aufstieg \u2013 auch mit weniger Gep\u00e4ck \u2013 einen Puls von 140-160\u2026 aber seit etwa dem vierten Tag dieser Tour hat sich das ver\u00e4ndert&#8230; Ganz gut f\u00fchle ich mich nicht, aber gut genug, um den Aufstieg durchzuziehen. Beim Lac de l\u2019Armina lege ich eine l\u00e4ngere Pause ein, beobachte witzige kleine Fische im See und stelle irgendwann mit grosser Freude fest, dass ich ja in Evol\u00e8ne noch eine Schorle in den Rucksack gepackt habe. Ein Hochgenuss! Der restliche Aufstieg zum Pass ist wiederum eher hart und der Wind, der mir schon seit Beginn der Etappe um die Ohren peitscht, mach das Ganze nicht angenehmer. 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Beides bejahe ich, mit dem Hinweis, dass der Wind dort sehr stark bl\u00e4st und ich aus dem Grund auf dieser Seite eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit, wahrscheinlich beim Meidsee suche. Er erkl\u00e4rt mir, dass sie auch um den Meidsee biwakieren wollten, aber dort ebenfalls starker Wind weht und es kaum Schutz gibt. Als ich beim Meidsee ankomme best\u00e4tigt sich das\u2026 wundersch\u00f6n, aber starker Wind und keinerlei Windschutz\u2026 Also weiter absteigen\u2026 Die Koordination f\u00e4llt mir zunehmend schwer, da die Beine von den vorherigen sieben Tagen ziemlich erm\u00fcdet sind\u2026 und die F\u00fcsse schmerzen\u2026 Nach etwa 30 Minuten gelange ich zum \u00abChlei Seewji\u00bb einem kleinen See\u2026 der viel sch\u00f6ner ist als der Meidsee\u2026 und es hat viele Felsen und Stufen im Gel\u00e4nde die Schutz vor dem Wind bieten\u2026 und ich k\u00f6nnte, falls notwendig, Wasser aus dem See nehmen und filtern. Ich suche mir den besten Platz und deponiere meinen Rucksack\u2026 Es hat schon eine kleine Steinmauer die zus\u00e4tzlichen Windschutz zur Seite bietet. Der Platz ist perfekt f\u00fcr Cowboy-Camping\u2026 die letzte Nacht meiner Tour &#8211; unter freiem Himmel, grossartig! Ich erh\u00f6he die Mauer noch mit einigen Steinen und lege mich testweise hin. Absolut windstill! Freudig setze ich mich, angelehnt an einen Felsen hin und f\u00fclle meine Glykogenspeicher mit sauren Goldb\u00e4ren von Haribo. Als ich wieder etwas Kraft gesammelt habe \u2013 insgesamt f\u00fchle ich mich sehr viel besser als am Morgen \u2013 suche ich nach einem Spot an dem ich Handyempfang habe, sodass ich mit Lily kommunizieren kann. Sie hatte in einer ihrer letzten Sprachnachrichten gesagt, dass sie doch nicht l\u00e4nger in Caslano bleiben wird und am Mittwoch heimf\u00e4hrt\u2026 also k\u00f6nnte sie mich, falls ich will, auf dem R\u00fcckweg irgendwo abholen\u2026 Und f\u00fcr mich ist klar; diese Etappe musste noch sein und diese eine Nacht in den Bergen wird der w\u00fcrdige Abschluss meiner Tour\u2026 der Abstieg nach Gruben am n\u00e4chsten Tag wird lediglich etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen und so kann ich den ganzen Morgen lang noch hier am See sein und alles Revue passieren lassen\u2026 Das Ende in Evol\u00e8ne w\u00e4re zu abrupt gewesen. Ich muss mich etwa 500 Meter und 100 H\u00f6henmeter von meinem Lagerplatz entfernen um ganz schwaches Netz zu finden\u2026 ein Anruf gelingt und Lily geht direkt ran\u2026 doch sie versteht mich nicht\u2026 also h\u00e4nge ich auf und versuche es mit einer Sprachnachricht die tats\u00e4chlich \u00fcbermittelt werden kann\u2026 also nochmals eine Sprachnachricht\u2026 sprechen f\u00e4llt schwer, ich bin komplett heiser\u2026 Alles klappt, Lily kommt mich am n\u00e4chsten Tag in Gruben abholen. Zeit ist nicht klar, aber egal, ich werde irgendwann gegen Mittag in Gruben sein, ins Restaurant gehen und mich durch die Karte fressen, bis sie ankommt\u2026 Der Gedanke an unser Wiedersehen treibt mir die Freudentr\u00e4nen in die Augen\u2026 es wird greifbar\u2026 und steht schon kurz bevor. Als ich zur\u00fcck zu meinem Lagerplatz komme, stellt gerade ein anderer Wanderer sein Zelt unmittelbar neben meinem Platz auf\u2026 zuerst will ich mich dar\u00fcber aufregen, dass ich nicht alleine hier bin, doch irgendwie gelingt das nicht\u2026 es ist einfach ok. Ich frage ihn, ob er klarkommt, da er angesichts des Windes doch etwas zu k\u00e4mpfen hat mit dem Zelt\u2026 er bejaht und fragt mich, ob das mein Rucksack ist der da etwas weiter oben hinter dem Felsen liegt. Ich bejahe ebenfalls. 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Goldener K\u00e4fig, offenes Zelt","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631","og_locale":"en_US","og_type":"article","og_title":"Alpenp\u00e4sse-Wanderung, Tag 8 - Goldener K\u00e4fig, offenes Zelt","og_description":"Dienstag, 21.07.2026 Ich habe \u2013 wider Erwartens \u2013 schlecht geschlafen und f\u00fchle mich kr\u00e4nklich&#8230; obwohl ich das Bett \u00e4usserst bequem fand und mich auch sonst sehr wohl gef\u00fchlt habe im Hotel. Der Hals brennt, das Ohr schmerzt st\u00e4rker als auch schon und das Befinden insgesamt l\u00e4sst mich \u00fcberlegen, die Tour abzubrechen und direkt mit dem \u00d6V nach Hause zu fahren. Spannenderweise bin ich dem Gedanken gegen\u00fcber offen, habe mich schon fast dazu entschieden abzubrechen\u2026 was mir gar nicht \u00e4hnlich sieht. Normalerweise setzt sich mein Kopf&#8230; mein Ego immer durch wenn ich mir etwas vorgenommen habe\u2026 ohne R\u00fccksicht auf Verluste. Heute ist es anders. Nat\u00fcrlich f\u00e4nde ich es schade abzubrechen und doch, was sein muss, muss sein\u2026 ich werfe ein Ibu ein, behandle mein Ohr mit Wasserstoffperoxid und gehe runter in den Fr\u00fchst\u00fccksraum, wo ich wiederum \u00e4usserst freundlich von der Besitzerin des Hotels begr\u00fcsst werde. Sie bringt mir einen doppelten Espresso und nach den ersten Schlucken sowie einigen Bissen Brot, Konfit\u00fcre, K\u00e4se und Fleisch bessert sich mein Zustand rasant\u2026 wird sicher auch das Ibu sein\u2026 ein weiterer Kaffee und noch mehr Nahrung folgen und ich beschliesse die Fortsetzung der Tour zu versuchen\u2026 erstmal geht\u2019s ja mit dem \u00d6V nach St. Luc\u2026 mein Bus f\u00e4hrt um 09:49 in Evol\u00e8ne ab, nach Sion, von dort aus geht&#8217;s mit dem Zug weiter nach Sierre und dann mit dem Postauto nach St. Luc, wo ich erst nach 12 Uhr ankomme. Also noch etwas Zeit um mir klar zu werden, ob es etwas wird. Ausserdem habe ich in Sion genug Zeit um eine Apotheke aufzusuchen und mehr Ibuprofen zu beschaffen. Und sollte ich im Aufstieg zum Meidpass dann doch feststellen, dass es nix wird, kann ich jederzeit zur\u00fcckkehren und nach Hause fahren. Ich packe meine Sachen zusammen und checke aus dem Hotel aus\u2026 der Marsch zur Bushaltestelle f\u00fchlt sich gut an\u2026 In Sion gehe ich wie geplant zur Apotheke und kaufe mir noch ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck\u2026 die Zugfahrt nach Sierre ist flugs durch und schon sitze ich im Postauto nach St. Luc. Es hat einige andere Menschen im Bus und die nerven mich ziemlich\u2026 generell f\u00fchlte ich mich auch in den vorherigen Verkehrsmitteln unter Menschen nicht wohl\u2026 ich will st\u00e4ndig nur wieder in die Berge und weg von den Menschen\u2026 das wird mir gerade auf dieser Fahrt bewusst\u2026 und speziell ein anderer Fahrgast im Postauto, der sich schon in Sierre \u00fcber den Chauffeur enervierte, weil dieser \u00abso ein typischer fauler Walliser ist\u00bb weil er die Leute ihr Gep\u00e4ck selbst im Gep\u00e4ckfach verstauen l\u00e4sst, geht mir besonders auf den Sack. Ein typischer schweizer B\u00fcnzli, der immer alles kritisieren muss und st\u00e4ndig am N\u00f6rgeln ist. Seine Frau sch\u00e4mt sich regelrecht f\u00fcr ihn\u2026 aber auch diese Fahrt ist irgendwann zu Ende. Nun noch mit der Standseilbahn hoch und weiter geht meine Wanderung. In der Standseilbahn wieder witzige Szenen\u2026 Ein Herr regt sich \u00fcber die Downhill-Biker auf, die ein ganzes Abteil in der Bahn mit ihren Bikes besetzen\u2026 dabei ist dieses Abteil genau f\u00fcr Downhill-Biker reserviert. Ich bin froh, als ich aussteigen kann. Ich marschiere direkt weg von den Touristen und als ich endlich etwas abseits bin und allein auf dem Weg, bleibe ich stehen und mache mich richtig marschbereit\u2026 Sonnencreme einschmieren, Headbuff gegen den Wind montieren\u2026 spannend, dass ich dermassen das Bed\u00fcrfnis habe, mich der Menschenmasse zu entziehen, das war sonst nie ein Thema und normalerweise f\u00fchle ich mich unter Menschen sehr wohl\u2026 Der Aufstieg beginnt moderat und f\u00fchlt sich gut an. Und die Gegend ist wundersch\u00f6n. Die Abbruch-Option ist schon bald kein Thema mehr\u2026 Puls ist im normalen Bereich\u2026 was unterdessen soviel heisst wie dass er sich um knapp 100-110 Schl\u00e4ge pro Minute bewegt\u2026 im Aufstieg mit 20kg Gep\u00e4ck\u2026 was mich immer noch staunen l\u00e4sst\u2026 normalerweise habe ich im Aufstieg \u2013 auch mit weniger Gep\u00e4ck \u2013 einen Puls von 140-160\u2026 aber seit etwa dem vierten Tag dieser Tour hat sich das ver\u00e4ndert&#8230; Ganz gut f\u00fchle ich mich nicht, aber gut genug, um den Aufstieg durchzuziehen. Beim Lac de l\u2019Armina lege ich eine l\u00e4ngere Pause ein, beobachte witzige kleine Fische im See und stelle irgendwann mit grosser Freude fest, dass ich ja in Evol\u00e8ne noch eine Schorle in den Rucksack gepackt habe. Ein Hochgenuss! Der restliche Aufstieg zum Pass ist wiederum eher hart und der Wind, der mir schon seit Beginn der Etappe um die Ohren peitscht, mach das Ganze nicht angenehmer. Auf der Passh\u00f6he ist der Wind so stark, dass der Wegweiser ein Lied spielt, es klingt fast wie der Klang eines Alphorns. Eine Weile schaue ich umher, weil ich effektiv meine, dass irgendwo jemand ein Alphorn spielt\u2026 aber eben, es ist nur der Wind\u2026 Die Aussicht ins Turtmanntal sowie auf die Barrh\u00f6rner und das Bishorn &#8211; welches sich zwar versteckt &#8211; ist herrlich. Ich halte nur kurz inne und beginne ziemlich direkt mit dem Abstieg, da der Wind einen Aufenthalt auf der Passh\u00f6he \u00e4usserst unattraktiv erscheinen l\u00e4sst. Auf dem Weg zum Meidsee \u2013 ich bin nun definitiv im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis angekommen \u2013 begegnet mir eine Gruppe junger Wanderer. Der letzte der Gruppe spricht mich an und fragt, ob es auf der anderen Seite des Passes gute Pl\u00e4tze zum Biwakieren und allenfalls auch Wasser gibt. Beides bejahe ich, mit dem Hinweis, dass der Wind dort sehr stark bl\u00e4st und ich aus dem Grund auf dieser Seite eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit, wahrscheinlich beim Meidsee suche. Er erkl\u00e4rt mir, dass sie auch um den Meidsee biwakieren wollten, aber dort ebenfalls starker Wind weht und es kaum Schutz gibt. Als ich beim Meidsee ankomme best\u00e4tigt sich das\u2026 wundersch\u00f6n, aber starker Wind und keinerlei Windschutz\u2026 Also weiter absteigen\u2026 Die Koordination f\u00e4llt mir zunehmend schwer, da die Beine von den vorherigen sieben Tagen ziemlich erm\u00fcdet sind\u2026 und die F\u00fcsse schmerzen\u2026 Nach etwa 30 Minuten gelange ich zum \u00abChlei Seewji\u00bb einem kleinen See\u2026 der viel sch\u00f6ner ist als der Meidsee\u2026 und es hat viele Felsen und Stufen im Gel\u00e4nde die Schutz vor dem Wind bieten\u2026 und ich k\u00f6nnte, falls notwendig, Wasser aus dem See nehmen und filtern. Ich suche mir den besten Platz und deponiere meinen Rucksack\u2026 Es hat schon eine kleine Steinmauer die zus\u00e4tzlichen Windschutz zur Seite bietet. Der Platz ist perfekt f\u00fcr Cowboy-Camping\u2026 die letzte Nacht meiner Tour &#8211; unter freiem Himmel, grossartig! Ich erh\u00f6he die Mauer noch mit einigen Steinen und lege mich testweise hin. Absolut windstill! Freudig setze ich mich, angelehnt an einen Felsen hin und f\u00fclle meine Glykogenspeicher mit sauren Goldb\u00e4ren von Haribo. Als ich wieder etwas Kraft gesammelt habe \u2013 insgesamt f\u00fchle ich mich sehr viel besser als am Morgen \u2013 suche ich nach einem Spot an dem ich Handyempfang habe, sodass ich mit Lily kommunizieren kann. Sie hatte in einer ihrer letzten Sprachnachrichten gesagt, dass sie doch nicht l\u00e4nger in Caslano bleiben wird und am Mittwoch heimf\u00e4hrt\u2026 also k\u00f6nnte sie mich, falls ich will, auf dem R\u00fcckweg irgendwo abholen\u2026 Und f\u00fcr mich ist klar; diese Etappe musste noch sein und diese eine Nacht in den Bergen wird der w\u00fcrdige Abschluss meiner Tour\u2026 der Abstieg nach Gruben am n\u00e4chsten Tag wird lediglich etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen und so kann ich den ganzen Morgen lang noch hier am See sein und alles Revue passieren lassen\u2026 Das Ende in Evol\u00e8ne w\u00e4re zu abrupt gewesen. Ich muss mich etwa 500 Meter und 100 H\u00f6henmeter von meinem Lagerplatz entfernen um ganz schwaches Netz zu finden\u2026 ein Anruf gelingt und Lily geht direkt ran\u2026 doch sie versteht mich nicht\u2026 also h\u00e4nge ich auf und versuche es mit einer Sprachnachricht die tats\u00e4chlich \u00fcbermittelt werden kann\u2026 also nochmals eine Sprachnachricht\u2026 sprechen f\u00e4llt schwer, ich bin komplett heiser\u2026 Alles klappt, Lily kommt mich am n\u00e4chsten Tag in Gruben abholen. Zeit ist nicht klar, aber egal, ich werde irgendwann gegen Mittag in Gruben sein, ins Restaurant gehen und mich durch die Karte fressen, bis sie ankommt\u2026 Der Gedanke an unser Wiedersehen treibt mir die Freudentr\u00e4nen in die Augen\u2026 es wird greifbar\u2026 und steht schon kurz bevor. Als ich zur\u00fcck zu meinem Lagerplatz komme, stellt gerade ein anderer Wanderer sein Zelt unmittelbar neben meinem Platz auf\u2026 zuerst will ich mich dar\u00fcber aufregen, dass ich nicht alleine hier bin, doch irgendwie gelingt das nicht\u2026 es ist einfach ok. Ich frage ihn, ob er klarkommt, da er angesichts des Windes doch etwas zu k\u00e4mpfen hat mit dem Zelt\u2026 er bejaht und fragt mich, ob das mein Rucksack ist der da etwas weiter oben hinter dem Felsen liegt. Ich bejahe ebenfalls. Er sagt, dass er hofft, dass ich nicht zu viel Wind haben werde\u2026 ich bin diesbez\u00fcglich unbesorgt\u2026 setze mich an meinen Platz und richte mein Nachtlager ein\u2026 koche Wasser f\u00fcr mein Abendessen und bin selig\u2026 Nach dem Essen, gegen 20 Uhr schl\u00fcpfe ich in meinen Schlafsack und fange an meinen Tagebucheintrag f\u00fcr den Tag zu verfassen\u2026 doch ich bringe es nicht zu Ende, ich bin zu m\u00fcde\u2026 lege mein Notizbuch weg und schlafe ein.","og_url":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631","og_site_name":"Goldener K\u00e4fig, offenes Zelt","article_published_time":"2026-08-17T19:06:03+00:00","article_modified_time":"2026-08-17T19:06:04+00:00","og_image":[{"width":1920,"height":2560,"url":"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-scaled.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"simonpct","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Written by":"simonpct","Est. reading time":"10 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631"},"author":{"name":"simonpct","@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/#\/schema\/person\/44d3db86ab2f5568abf02939a1250450"},"headline":"Alpenp\u00e4sse-Wanderung, Tag 8","datePublished":"2026-08-17T19:06:03+00:00","dateModified":"2026-08-17T19:06:04+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631"},"wordCount":1548,"commentCount":0,"image":{"@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260721_130936-768x1024.jpg","articleSection":["Blog"],"inLanguage":"en-US","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631","url":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=631","name":"Alpenp\u00e4sse-Wanderung, Tag 8 - 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