{"id":362,"date":"2025-11-30T10:01:22","date_gmt":"2025-11-30T10:01:22","guid":{"rendered":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=362"},"modified":"2025-11-30T10:01:22","modified_gmt":"2025-11-30T10:01:22","slug":"hort-auf-eure-kinder-zu-v-erziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=362","title":{"rendered":"H\u00f6rt auf eure Kinder zu (v-)erziehen!"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ChatGPT-Image-30.-Nov.-2025-10_47_48-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-363\" style=\"width:604px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ChatGPT-Image-30.-Nov.-2025-10_47_48-1024x683.png 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ChatGPT-Image-30.-Nov.-2025-10_47_48-300x200.png 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ChatGPT-Image-30.-Nov.-2025-10_47_48-768x512.png 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ChatGPT-Image-30.-Nov.-2025-10_47_48-1140x760.png 1140w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ChatGPT-Image-30.-Nov.-2025-10_47_48.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>\u00abjaja\u2026 nat\u00fcrlich sind immer die Eltern schuld\u2026 ist ja klar!\u00bb \u2026wirft sie mir patzig entgegen. Anlass war eine kleine Unterhaltung am Rande des Teammeetings. Sie und eine andere Arbeitskollegin, beide mit Teenies in der Pubert\u00e4t, haben sich dar\u00fcber beklagt, dass ihre Teenies unheimlich schwierig seien\u2026 dass sie st\u00e4ndig Reibereien mit ihnen haben und und und\u2026 ich habe dann entgegnet, dass meine Teenies \u2013 die Tochter ist jetzt 22 und l\u00e4ngst \u00fcber die Pubert\u00e4t hinaus und der Sohnemann ist 17 und mittendrin \u2013 \u00fcberhaupt nicht schwierig waren oder sind\u2026 \u00ab\u2026das liegt wohl eher an den Eltern\u2026\u00bb. Ein Stich ins Wespennest.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar, Teenager ver\u00e4ndern sich, die Hormone und so weiter. Sie reagieren emotionaler auf vieles\u2026 das war und ist bei meinen Kids ganz genauso. Aber dass man mit ihnen Schwierigkeiten hat deswegen, das liegt nicht an den Teenies, sondern daran, wie wir mit ihnen umgehen. Davon bin ich mittlerweile \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erwachsen werden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Lily und mir schl\u00e4gt immer wieder entgegen, dass wir uns \u00abnicht erwachsen\u00bb verhalten\u2026 wenn wir beispielsweise mit \u00fcber 200 km\/h und breitem Grinsen \u00fcber die deutschen Autobahnen brettern, um in Berlin eine saugeile Technoparty zu geniessen und bis in die fr\u00fchen Morgenstunden mit wildfremden Menschen an einer Afterparty Sex haben. Ok, das mag meinetwegen unerwachsen sein, doch es ist einfach geil. Die pure Freude. Ekstase. Leben halt. Das Grinsen kriegt man danach eine Woche lang nicht mehr aus dem Gesicht. In imagin\u00e4ren Gespr\u00e4chen entgegne ich diesen Menschen dann: \u00abweisst du, erwachsen war ich schon mal, war langweilig\u2026\u00bb damit meine ich das Erwachsen-Sein im Sinne von: Fokus auf die Arbeit und Geldverdienen, Sicherheit, Vorsorge\u2026 Angepasst-Sein, der Norm entsprechen\u2026 habe ich durch, viele Jahre lang war mein Fokus Karriere und sportlicher Erfolg\u2026 jemand werden, Status\u2026 gesellschaftliches Ansehen erlangen\u2026 war nicht cool. Hey, klar, ich verdiene mit meinem Job ordentlich Geld, ich habe meine Altersvorsorge und ich schaue, dass ich m\u00f6glichst wenigen Menschen auf die F\u00fcsse trete\u2026 naja, meistens, etwas muss man ja auf F\u00fcsse treten, mache ich ja mit diesem Blog auch\u2026 aber eben, das, was f\u00fcr die meisten Menschen zentral im Leben ist, sind f\u00fcr mich nur Rahmenbedingungen. Der Versuch \u00abSicherheit\u00bb zu erlangen. In den imagin\u00e4ren Gespr\u00e4chen entgegne ich dann den tr\u00fcben Augen, die mich als unerwachsen bezeichnet haben: \u00ab\u2026wie oft in der Woche hast du Momente, in denen du vor lauter Gl\u00fccksgef\u00fchl einen Freudenschrei ausstossen m\u00f6chtest\u2026 oder es sogar tust?\u00bb \u2026mir schl\u00e4gt Stille entgegen. Und dann schiebe ich noch hinterher \u00ab\u2026wie oft pro Woche trinkst du Alkohol?\u00bb \u2026und es sind eben nur die Menschen mit tr\u00fcben Augen, die meinen Lebensstil kritisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026ja, diese Gespr\u00e4che waren bisher meist imagin\u00e4r. Ich habe selten dagegengehalten, wenn ich als unerwachsen bezeichnet wurde, denn diese Gespr\u00e4che w\u00e4ren sehr unangenehm verlaufen. Man kann solche Gespr\u00e4che nicht f\u00fchren, ohne die gesamte Identit\u00e4t eines Menschen in Frage zu stellen. Das ist hart. Doch\u2026 eigentlich\u2026 sollte ich genau das tun\u2026 denn das ist meine Aufgabe: An den S\u00e4ulen r\u00fctteln, auf denen die kranke Gesellschaft steht. Einfach nur, indem ich mein authentisches Sein lebe und mit den Menschen dar\u00fcber rede.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Leben sollte pure Freude sein<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Oder zumindest sollte das die oberste Priorit\u00e4t sein. Meine Meinung. Doch wir machen das ganz anders. Man liest es immer wieder:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Sch\u00fcler soll aufschreiben, was er mal werden will. Sch\u00fcler schreibt \u00abgl\u00fccklich\u00bb\u2026 der Lehrer sagt \u00abdu hast die Frage nicht verstanden\u00bb\u2026 und der Sch\u00fcler entgegnet: \u00abSie haben das Leben nicht verstanden.\u00bb<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Weisheit ist heute fast jedem bekannt. Und doch lebt kaum ein Mensch danach. Und genau so wenig geben wir das an unsere Kinder weiter. Wie erziehen sie dazu, genau denselben Scheiss zu machen, den wir machen\u2026 den gleichen Scheiss, den unsere Eltern gemacht haben. Wir (v-)erziehen sie dazu, sich anzupassen und sich auf ein Erwerbsleben auszurichten. Wir versuchen sie anzupassen, an unsere Vorstellungen davon, wie man sein sollte\u2026 an die Vorstellungen die uns eingepflanzt und vorgelebt wurden. An die Vorstellungen, die eine kranke und depressive Gesellschaft erschaffen haben. Eine Gesellschaft, die so viele M\u00f6glichkeiten hat wie noch keine zuvor, eine Gesellschaft, die in einem noch nie dagewesenen Wohlstand lebt wie noch keine zuvor\u2026 und dennoch krank, s\u00fcchtig und depressiv ist. Wir sollten diesen Kreislauf mal durchbrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das f\u00e4ngt da an, wo wir erkennen, dass wir nichts <em>werden<\/em> k\u00f6nnen in diesem Leben. Wir kommen bereits vollkommen auf die Welt\u2026 vollkommen f\u00fcr das, was wir erfahren wollen, wof\u00fcr wir auf diese Welt gekommen sind. Doch wir verbiegen uns, um eben etwas zu werden\u2026 das wir sp\u00e4ter vergessen\u2026 \u00fcberwinden m\u00fcssen\u2026 um unser wahres Selbst zu er-innern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Pubert\u00e4t \u2013 der letzte Aufstand<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ich sehe die Pubert\u00e4t\u2026 oder besser gesagt, die Streitereien die Eltern in der Phase mit ihren Teenies haben, als den letzten Aufstand des authentischen Wesens der jeweils pubertierenden Person. Der letzte Versuch, sich selbst zu bleiben, in einer Welt in der Familie, Schule und Gesellschaft den Menschen (ver-)formen wollen. Die letzte Eskalationsstufe des Konflikts zwischen Authentizit\u00e4t und Bindung. Jetzt geschehen die dramatischen Dinge. Entweder bricht die Familie (\u2026die Eltern\u2026 die Gesellschaft\u2026 Schule\u2026) das Kind, oder das Kind bricht mit der Familie. Abkapselung von den Eltern oder eben Anpassung\u2026 Anpassung oft auf Kosten der Gesundheit\u2026 Drogen, um sich selbst zu bet\u00e4uben, um dieses emotionsarme und lebensfremde Leben ertragen zu k\u00f6nnen, das einem vorgelebt wird. In das man reingepresst wird. An das man sich anpassen soll, um akzeptiert zu werden. In dem man die Freiheit gegen eine vermeintliche Sicherheit eintauschen soll.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vorleben vs. Erziehung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Erziehung ist in meinen Augen der v\u00f6llig falsche Ansatz. Erziehung sagt es schon, man zieht am Kind, zieht es in eine Richtung\u2026 oder st\u00f6sst es in eine Richtung\u2026 wie auch immer\u2026 man erzeugt Druck, das Kind hat das Gef\u00fchl, es m\u00fcsse diesen und jenen Erwartungen entsprechen, um angenommen zu werden. Doch Druck erzeugt IMMER Gegendruck. In irgendeiner Weise. Entweder das Kind passt sich an\u2026 sprich; es kann nicht mehr authentisch sein\u2026 muss sich eine passende Pers\u00f6nlichkeit aneignen (du erinnerst dich, Pers\u00f6nlichkeit kommt vom lateinischen \u00abPersona\u00bb, was so viel heisst wie \u00abMaske\u00bb) oder es rebelliert. Rebellion ist gesund \u2013 Anpassung nicht, denn die wird sich sp\u00e4ter negativ auswirken. Man funktioniert dann zwar, doch oft zu einem hohen Preis, dem Preis der mentalen und k\u00f6rperlichen Gesundheit. Also, seien wir ehrlich; Erziehung funktioniert nicht. Was wir als Eltern tun k\u00f6nnen, ist einzig Vorleben! Und zwar authentisch, weil Kinder immer wahrnehmen, wenn eine erwachsene Person nicht authentisch ist. Wenn das Gesagte nicht mit dem Gef\u00fchlten \u00fcbereinstimmt. Sie merken es. Immer. Jedenfalls in den fr\u00fchen Kindheitsjahren. Wenn sie lange genug bearbeitet werden, verlieren sie irgendwann das Vertrauen in ihre Intuition, dann hat man sie bereits fr\u00fcher gebrochen\u2026 das ist dann definitiv der Super-GAU!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich selbst habe meine Kinder nicht gross zu erziehen versucht. Ich habe sie meistens einfach machen lassen. Und hey, ich bin auf beide verdammt stolz, beide machen sie ihren Weg, beide sind sehr reife und selbstbewusste Pers\u00f6nlichkeiten geworden\u2026 vertrauen ihrer gesunden Intuition\u2026 Und sie k\u00f6nnen sich dennoch, trotz fehlender Erziehung, in der Gesellschaft sehr gut bewegen, ohne anzuecken\u2026 und dabei sich selbst sein.<\/p>\n\n\n\n<p>So nehme ich es jedenfalls wahr. Ich hoffe sie sehen das selbst auch so\u2026 ich habe auch sehr viele Fehler gemacht. Ich hatte in meinen fr\u00fchen Jahren als Vater noch sehr vieles, was ich selbst noch aufarbeiten musste (und noch heute daran arbeite), und habe dadurch auch viel Falsches weitergegeben. Aber ich habe sie nicht gross erzogen und es hat grossartig funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ja, die Eltern sind schuld!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ok, der war provokativ\u2026 aber um auf das Gespr\u00e4ch mit der Arbeitskollegin zur\u00fcckzukommen, das ich eingangs erw\u00e4hnt habe\u2026 die Eltern sind verantwortlich. Schuld ist definitiv der falsche Ausdruck und kann in der Trotzphase verwendet werden. Was die Eltern tun, wie sie sich verhalten, hat unbestritten einen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Und wenn wir mit dem pubertierenden Kind ein Problem haben\u2026 und dann dem Kind das Gef\u00fchl geben, dass es \u00abproblematisch\u00bb ist\u2026 dass sein authentisches Selbst nicht in Ordnung ist\u2026 verursachen wir leider grossen Schaden. Doch auch das mit der Verantwortung ist schwierig. Denn verantwortlich kann man erst sein, wenn man bei Bewusstsein ist\u2026 wenn man die Identifikation mit dem Ego (der geformten, unauthentischen, anerzogenen Pers\u00f6nlichkeit) aufgel\u00f6st hat. Und dahin muss man erst mal kommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vergib ihnen, den sie wussten nicht, was sie tun!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn wir selbst erwachsen werden\u2026 und mit \u2018erwachsen\u2019 meine ich nicht angepasst, sondern wenn wir in die Eigenverantwortung kommen, wenn wir Bewusstheit erlangen, dann k\u00f6nnen wir unseren Eltern unm\u00f6glich Vorw\u00fcrfe f\u00fcr Fehler in der Erziehung machen, denn sie waren sich dessen selbst nicht bewusst. Sie gaben uns das weiter, was sie f\u00fcr richtig hielten. Und nun ist es, wie es ist. Vorw\u00fcrfe, Schuldzuweisungen und negative Emotionen den Eltern gegen\u00fcber bringen nichts und machen alles nur schlimmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gilt, in die \u00abVergebung\u00bb zu gehen, in die Liebe\u2026 und die Verantwortung f\u00fcr uns selbst zu \u00fcbernehmen (und damit die Eltern von ihrer Verantwortung freizusprechen) und diese Pr\u00e4gungen ins Bewusstsein zu holen und somit aufzul\u00f6sen. So haben wir dann die Chance, es bei unseren eigenen Kindern \u00abbesser\u00bb zu machen&#8230; bei unseren eigenen Kindern nicht dieselben Traumata (Authentizit\u00e4t vs. Bindung) zu verursachen, die bei uns verursacht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Heilung geschieht \u00fcber mehrere Generationen \u2013 fangen wir damit an!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abjaja\u2026 nat\u00fcrlich sind immer die Eltern schuld\u2026 ist ja klar!\u00bb \u2026wirft sie mir patzig entgegen. Anlass war eine kleine Unterhaltung am Rande des Teammeetings. 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Erwachsen werden Lily und mir schl\u00e4gt immer wieder entgegen, dass wir uns \u00abnicht erwachsen\u00bb verhalten\u2026 wenn wir beispielsweise mit \u00fcber 200 km\/h und breitem Grinsen \u00fcber die deutschen Autobahnen brettern, um in Berlin eine saugeile Technoparty zu geniessen und bis in die fr\u00fchen Morgenstunden mit wildfremden Menschen an einer Afterparty Sex haben. Ok, das mag meinetwegen unerwachsen sein, doch es ist einfach geil. Die pure Freude. Ekstase. Leben halt. Das Grinsen kriegt man danach eine Woche lang nicht mehr aus dem Gesicht. 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In den imagin\u00e4ren Gespr\u00e4chen entgegne ich dann den tr\u00fcben Augen, die mich als unerwachsen bezeichnet haben: \u00ab\u2026wie oft in der Woche hast du Momente, in denen du vor lauter Gl\u00fccksgef\u00fchl einen Freudenschrei ausstossen m\u00f6chtest\u2026 oder es sogar tust?\u00bb \u2026mir schl\u00e4gt Stille entgegen. Und dann schiebe ich noch hinterher \u00ab\u2026wie oft pro Woche trinkst du Alkohol?\u00bb \u2026und es sind eben nur die Menschen mit tr\u00fcben Augen, die meinen Lebensstil kritisieren. \u2026ja, diese Gespr\u00e4che waren bisher meist imagin\u00e4r. Ich habe selten dagegengehalten, wenn ich als unerwachsen bezeichnet wurde, denn diese Gespr\u00e4che w\u00e4ren sehr unangenehm verlaufen. Man kann solche Gespr\u00e4che nicht f\u00fchren, ohne die gesamte Identit\u00e4t eines Menschen in Frage zu stellen. Das ist hart. 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Wir (v-)erziehen sie dazu, sich anzupassen und sich auf ein Erwerbsleben auszurichten. Wir versuchen sie anzupassen, an unsere Vorstellungen davon, wie man sein sollte\u2026 an die Vorstellungen die uns eingepflanzt und vorgelebt wurden. An die Vorstellungen, die eine kranke und depressive Gesellschaft erschaffen haben. Eine Gesellschaft, die so viele M\u00f6glichkeiten hat wie noch keine zuvor, eine Gesellschaft, die in einem noch nie dagewesenen Wohlstand lebt wie noch keine zuvor\u2026 und dennoch krank, s\u00fcchtig und depressiv ist. Wir sollten diesen Kreislauf mal durchbrechen. Und das f\u00e4ngt da an, wo wir erkennen, dass wir nichts werden k\u00f6nnen in diesem Leben. Wir kommen bereits vollkommen auf die Welt\u2026 vollkommen f\u00fcr das, was wir erfahren wollen, wof\u00fcr wir auf diese Welt gekommen sind. Doch wir verbiegen uns, um eben etwas zu werden\u2026 das wir sp\u00e4ter vergessen\u2026 \u00fcberwinden m\u00fcssen\u2026 um unser wahres Selbst zu er-innern. 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Also, seien wir ehrlich; Erziehung funktioniert nicht. Was wir als Eltern tun k\u00f6nnen, ist einzig Vorleben! Und zwar authentisch, weil Kinder immer wahrnehmen, wenn eine erwachsene Person nicht authentisch ist. Wenn das Gesagte nicht mit dem Gef\u00fchlten \u00fcbereinstimmt. Sie merken es. Immer. Jedenfalls in den fr\u00fchen Kindheitsjahren. Wenn sie lange genug bearbeitet werden, verlieren sie irgendwann das Vertrauen in ihre Intuition, dann hat man sie bereits fr\u00fcher gebrochen\u2026 das ist dann definitiv der Super-GAU! Ich selbst habe meine Kinder nicht gross zu erziehen versucht. Ich habe sie meistens einfach machen lassen. Und hey, ich bin auf beide verdammt stolz, beide machen sie ihren Weg, beide sind sehr reife und selbstbewusste Pers\u00f6nlichkeiten geworden\u2026 vertrauen ihrer gesunden Intuition\u2026 Und sie k\u00f6nnen sich dennoch, trotz fehlender Erziehung, in der Gesellschaft sehr gut bewegen, ohne anzuecken\u2026 und dabei sich selbst sein. So nehme ich es jedenfalls wahr. Ich hoffe sie sehen das selbst auch so\u2026 ich habe auch sehr viele Fehler gemacht. Ich hatte in meinen fr\u00fchen Jahren als Vater noch sehr vieles, was ich selbst noch aufarbeiten musste (und noch heute daran arbeite), und habe dadurch auch viel Falsches weitergegeben. Aber ich habe sie nicht gross erzogen und es hat grossartig funktioniert. Ja, die Eltern sind schuld! Ok, der war provokativ\u2026 aber um auf das Gespr\u00e4ch mit der Arbeitskollegin zur\u00fcckzukommen, das ich eingangs erw\u00e4hnt habe\u2026 die Eltern sind verantwortlich. Schuld ist definitiv der falsche Ausdruck und kann in der Trotzphase verwendet werden. Was die Eltern tun, wie sie sich verhalten, hat unbestritten einen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Und wenn wir mit dem pubertierenden Kind ein Problem haben\u2026 und dann dem Kind das Gef\u00fchl geben, dass es \u00abproblematisch\u00bb ist\u2026 dass sein authentisches Selbst nicht in Ordnung ist\u2026 verursachen wir leider grossen Schaden. Doch auch das mit der Verantwortung ist schwierig. Denn verantwortlich kann man erst sein, wenn man bei Bewusstsein ist\u2026 wenn man die Identifikation mit dem Ego (der geformten, unauthentischen, anerzogenen Pers\u00f6nlichkeit) aufgel\u00f6st hat. Und dahin muss man erst mal kommen. Vergib ihnen, den sie wussten nicht, was sie tun! Wenn wir selbst erwachsen werden\u2026 und mit \u2018erwachsen\u2019 meine ich nicht angepasst, sondern wenn wir in die Eigenverantwortung kommen, wenn wir Bewusstheit erlangen, dann k\u00f6nnen wir unseren Eltern unm\u00f6glich Vorw\u00fcrfe f\u00fcr Fehler in der Erziehung machen, denn sie waren sich dessen selbst nicht bewusst. Sie gaben uns das weiter, was sie f\u00fcr richtig hielten. 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Doch\u2026 eigentlich\u2026 sollte ich genau das tun\u2026 denn das ist meine Aufgabe: An den S\u00e4ulen r\u00fctteln, auf denen die kranke Gesellschaft steht. Einfach nur, indem ich mein authentisches Sein lebe und mit den Menschen dar\u00fcber rede. Das Leben sollte pure Freude sein Oder zumindest sollte das die oberste Priorit\u00e4t sein. Meine Meinung. Doch wir machen das ganz anders. Man liest es immer wieder: Der Sch\u00fcler soll aufschreiben, was er mal werden will. Sch\u00fcler schreibt \u00abgl\u00fccklich\u00bb\u2026 der Lehrer sagt \u00abdu hast die Frage nicht verstanden\u00bb\u2026 und der Sch\u00fcler entgegnet: \u00abSie haben das Leben nicht verstanden.\u00bb Diese Weisheit ist heute fast jedem bekannt. Und doch lebt kaum ein Mensch danach. Und genau so wenig geben wir das an unsere Kinder weiter. Wie erziehen sie dazu, genau denselben Scheiss zu machen, den wir machen\u2026 den gleichen Scheiss, den unsere Eltern gemacht haben. Wir (v-)erziehen sie dazu, sich anzupassen und sich auf ein Erwerbsleben auszurichten. Wir versuchen sie anzupassen, an unsere Vorstellungen davon, wie man sein sollte\u2026 an die Vorstellungen die uns eingepflanzt und vorgelebt wurden. An die Vorstellungen, die eine kranke und depressive Gesellschaft erschaffen haben. Eine Gesellschaft, die so viele M\u00f6glichkeiten hat wie noch keine zuvor, eine Gesellschaft, die in einem noch nie dagewesenen Wohlstand lebt wie noch keine zuvor\u2026 und dennoch krank, s\u00fcchtig und depressiv ist. Wir sollten diesen Kreislauf mal durchbrechen. Und das f\u00e4ngt da an, wo wir erkennen, dass wir nichts werden k\u00f6nnen in diesem Leben. Wir kommen bereits vollkommen auf die Welt\u2026 vollkommen f\u00fcr das, was wir erfahren wollen, wof\u00fcr wir auf diese Welt gekommen sind. Doch wir verbiegen uns, um eben etwas zu werden\u2026 das wir sp\u00e4ter vergessen\u2026 \u00fcberwinden m\u00fcssen\u2026 um unser wahres Selbst zu er-innern. Die Pubert\u00e4t \u2013 der letzte Aufstand Ich sehe die Pubert\u00e4t\u2026 oder besser gesagt, die Streitereien die Eltern in der Phase mit ihren Teenies haben, als den letzten Aufstand des authentischen Wesens der jeweils pubertierenden Person. Der letzte Versuch, sich selbst zu bleiben, in einer Welt in der Familie, Schule und Gesellschaft den Menschen (ver-)formen wollen. Die letzte Eskalationsstufe des Konflikts zwischen Authentizit\u00e4t und Bindung. Jetzt geschehen die dramatischen Dinge. Entweder bricht die Familie (\u2026die Eltern\u2026 die Gesellschaft\u2026 Schule\u2026) das Kind, oder das Kind bricht mit der Familie. Abkapselung von den Eltern oder eben Anpassung\u2026 Anpassung oft auf Kosten der Gesundheit\u2026 Drogen, um sich selbst zu bet\u00e4uben, um dieses emotionsarme und lebensfremde Leben ertragen zu k\u00f6nnen, das einem vorgelebt wird. In das man reingepresst wird. An das man sich anpassen soll, um akzeptiert zu werden. In dem man die Freiheit gegen eine vermeintliche Sicherheit eintauschen soll. Vorleben vs. Erziehung Erziehung ist in meinen Augen der v\u00f6llig falsche Ansatz. Erziehung sagt es schon, man zieht am Kind, zieht es in eine Richtung\u2026 oder st\u00f6sst es in eine Richtung\u2026 wie auch immer\u2026 man erzeugt Druck, das Kind hat das Gef\u00fchl, es m\u00fcsse diesen und jenen Erwartungen entsprechen, um angenommen zu werden. Doch Druck erzeugt IMMER Gegendruck. In irgendeiner Weise. Entweder das Kind passt sich an\u2026 sprich; es kann nicht mehr authentisch sein\u2026 muss sich eine passende Pers\u00f6nlichkeit aneignen (du erinnerst dich, Pers\u00f6nlichkeit kommt vom lateinischen \u00abPersona\u00bb, was so viel heisst wie \u00abMaske\u00bb) oder es rebelliert. Rebellion ist gesund \u2013 Anpassung nicht, denn die wird sich sp\u00e4ter negativ auswirken. Man funktioniert dann zwar, doch oft zu einem hohen Preis, dem Preis der mentalen und k\u00f6rperlichen Gesundheit. Also, seien wir ehrlich; Erziehung funktioniert nicht. Was wir als Eltern tun k\u00f6nnen, ist einzig Vorleben! Und zwar authentisch, weil Kinder immer wahrnehmen, wenn eine erwachsene Person nicht authentisch ist. Wenn das Gesagte nicht mit dem Gef\u00fchlten \u00fcbereinstimmt. Sie merken es. Immer. Jedenfalls in den fr\u00fchen Kindheitsjahren. Wenn sie lange genug bearbeitet werden, verlieren sie irgendwann das Vertrauen in ihre Intuition, dann hat man sie bereits fr\u00fcher gebrochen\u2026 das ist dann definitiv der Super-GAU! Ich selbst habe meine Kinder nicht gross zu erziehen versucht. Ich habe sie meistens einfach machen lassen. Und hey, ich bin auf beide verdammt stolz, beide machen sie ihren Weg, beide sind sehr reife und selbstbewusste Pers\u00f6nlichkeiten geworden\u2026 vertrauen ihrer gesunden Intuition\u2026 Und sie k\u00f6nnen sich dennoch, trotz fehlender Erziehung, in der Gesellschaft sehr gut bewegen, ohne anzuecken\u2026 und dabei sich selbst sein. So nehme ich es jedenfalls wahr. Ich hoffe sie sehen das selbst auch so\u2026 ich habe auch sehr viele Fehler gemacht. Ich hatte in meinen fr\u00fchen Jahren als Vater noch sehr vieles, was ich selbst noch aufarbeiten musste (und noch heute daran arbeite), und habe dadurch auch viel Falsches weitergegeben. Aber ich habe sie nicht gross erzogen und es hat grossartig funktioniert. Ja, die Eltern sind schuld! Ok, der war provokativ\u2026 aber um auf das Gespr\u00e4ch mit der Arbeitskollegin zur\u00fcckzukommen, das ich eingangs erw\u00e4hnt habe\u2026 die Eltern sind verantwortlich. Schuld ist definitiv der falsche Ausdruck und kann in der Trotzphase verwendet werden. Was die Eltern tun, wie sie sich verhalten, hat unbestritten einen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Und wenn wir mit dem pubertierenden Kind ein Problem haben\u2026 und dann dem Kind das Gef\u00fchl geben, dass es \u00abproblematisch\u00bb ist\u2026 dass sein authentisches Selbst nicht in Ordnung ist\u2026 verursachen wir leider grossen Schaden. Doch auch das mit der Verantwortung ist schwierig. Denn verantwortlich kann man erst sein, wenn man bei Bewusstsein ist\u2026 wenn man die Identifikation mit dem Ego (der geformten, unauthentischen, anerzogenen Pers\u00f6nlichkeit) aufgel\u00f6st hat. Und dahin muss man erst mal kommen. Vergib ihnen, den sie wussten nicht, was sie tun! Wenn wir selbst erwachsen werden\u2026 und mit \u2018erwachsen\u2019 meine ich nicht angepasst, sondern wenn wir in die Eigenverantwortung kommen, wenn wir Bewusstheit erlangen, dann k\u00f6nnen wir unseren Eltern unm\u00f6glich Vorw\u00fcrfe f\u00fcr Fehler in der Erziehung machen, denn sie waren sich dessen selbst nicht bewusst. Sie gaben uns das weiter, was sie f\u00fcr richtig hielten. Und nun ist es, wie es ist. Vorw\u00fcrfe, Schuldzuweisungen und negative Emotionen den Eltern gegen\u00fcber bringen nichts und machen alles nur schlimmer. Es gilt, in die \u00abVergebung\u00bb zu gehen, in die Liebe\u2026 und die Verantwortung f\u00fcr uns selbst zu \u00fcbernehmen (und damit die Eltern von ihrer Verantwortung freizusprechen) und diese Pr\u00e4gungen ins Bewusstsein zu holen und somit aufzul\u00f6sen. So haben wir dann die Chance, es bei unseren eigenen Kindern \u00abbesser\u00bb zu machen&#8230; bei unseren eigenen Kindern nicht dieselben Traumata (Authentizit\u00e4t vs. Bindung) zu verursachen, die bei uns verursacht wurden. 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Erwachsen werden Lily und mir schl\u00e4gt immer wieder entgegen, dass wir uns \u00abnicht erwachsen\u00bb verhalten\u2026 wenn wir beispielsweise mit \u00fcber 200 km\/h und breitem Grinsen \u00fcber die deutschen Autobahnen brettern, um in Berlin eine saugeile Technoparty zu geniessen und bis in die fr\u00fchen Morgenstunden mit wildfremden Menschen an einer Afterparty Sex haben. Ok, das mag meinetwegen unerwachsen sein, doch es ist einfach geil. Die pure Freude. Ekstase. Leben halt. Das Grinsen kriegt man danach eine Woche lang nicht mehr aus dem Gesicht. 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Wir (v-)erziehen sie dazu, sich anzupassen und sich auf ein Erwerbsleben auszurichten. Wir versuchen sie anzupassen, an unsere Vorstellungen davon, wie man sein sollte\u2026 an die Vorstellungen die uns eingepflanzt und vorgelebt wurden. An die Vorstellungen, die eine kranke und depressive Gesellschaft erschaffen haben. Eine Gesellschaft, die so viele M\u00f6glichkeiten hat wie noch keine zuvor, eine Gesellschaft, die in einem noch nie dagewesenen Wohlstand lebt wie noch keine zuvor\u2026 und dennoch krank, s\u00fcchtig und depressiv ist. Wir sollten diesen Kreislauf mal durchbrechen. Und das f\u00e4ngt da an, wo wir erkennen, dass wir nichts werden k\u00f6nnen in diesem Leben. Wir kommen bereits vollkommen auf die Welt\u2026 vollkommen f\u00fcr das, was wir erfahren wollen, wof\u00fcr wir auf diese Welt gekommen sind. Doch wir verbiegen uns, um eben etwas zu werden\u2026 das wir sp\u00e4ter vergessen\u2026 \u00fcberwinden m\u00fcssen\u2026 um unser wahres Selbst zu er-innern. Die Pubert\u00e4t \u2013 der letzte Aufstand Ich sehe die Pubert\u00e4t\u2026 oder besser gesagt, die Streitereien die Eltern in der Phase mit ihren Teenies haben, als den letzten Aufstand des authentischen Wesens der jeweils pubertierenden Person. Der letzte Versuch, sich selbst zu bleiben, in einer Welt in der Familie, Schule und Gesellschaft den Menschen (ver-)formen wollen. Die letzte Eskalationsstufe des Konflikts zwischen Authentizit\u00e4t und Bindung. Jetzt geschehen die dramatischen Dinge. Entweder bricht die Familie (\u2026die Eltern\u2026 die Gesellschaft\u2026 Schule\u2026) das Kind, oder das Kind bricht mit der Familie. Abkapselung von den Eltern oder eben Anpassung\u2026 Anpassung oft auf Kosten der Gesundheit\u2026 Drogen, um sich selbst zu bet\u00e4uben, um dieses emotionsarme und lebensfremde Leben ertragen zu k\u00f6nnen, das einem vorgelebt wird. In das man reingepresst wird. An das man sich anpassen soll, um akzeptiert zu werden. In dem man die Freiheit gegen eine vermeintliche Sicherheit eintauschen soll. Vorleben vs. Erziehung Erziehung ist in meinen Augen der v\u00f6llig falsche Ansatz. Erziehung sagt es schon, man zieht am Kind, zieht es in eine Richtung\u2026 oder st\u00f6sst es in eine Richtung\u2026 wie auch immer\u2026 man erzeugt Druck, das Kind hat das Gef\u00fchl, es m\u00fcsse diesen und jenen Erwartungen entsprechen, um angenommen zu werden. Doch Druck erzeugt IMMER Gegendruck. In irgendeiner Weise. Entweder das Kind passt sich an\u2026 sprich; es kann nicht mehr authentisch sein\u2026 muss sich eine passende Pers\u00f6nlichkeit aneignen (du erinnerst dich, Pers\u00f6nlichkeit kommt vom lateinischen \u00abPersona\u00bb, was so viel heisst wie \u00abMaske\u00bb) oder es rebelliert. Rebellion ist gesund \u2013 Anpassung nicht, denn die wird sich sp\u00e4ter negativ auswirken. Man funktioniert dann zwar, doch oft zu einem hohen Preis, dem Preis der mentalen und k\u00f6rperlichen Gesundheit. Also, seien wir ehrlich; Erziehung funktioniert nicht. Was wir als Eltern tun k\u00f6nnen, ist einzig Vorleben! Und zwar authentisch, weil Kinder immer wahrnehmen, wenn eine erwachsene Person nicht authentisch ist. Wenn das Gesagte nicht mit dem Gef\u00fchlten \u00fcbereinstimmt. Sie merken es. Immer. Jedenfalls in den fr\u00fchen Kindheitsjahren. Wenn sie lange genug bearbeitet werden, verlieren sie irgendwann das Vertrauen in ihre Intuition, dann hat man sie bereits fr\u00fcher gebrochen\u2026 das ist dann definitiv der Super-GAU! Ich selbst habe meine Kinder nicht gross zu erziehen versucht. Ich habe sie meistens einfach machen lassen. Und hey, ich bin auf beide verdammt stolz, beide machen sie ihren Weg, beide sind sehr reife und selbstbewusste Pers\u00f6nlichkeiten geworden\u2026 vertrauen ihrer gesunden Intuition\u2026 Und sie k\u00f6nnen sich dennoch, trotz fehlender Erziehung, in der Gesellschaft sehr gut bewegen, ohne anzuecken\u2026 und dabei sich selbst sein. So nehme ich es jedenfalls wahr. Ich hoffe sie sehen das selbst auch so\u2026 ich habe auch sehr viele Fehler gemacht. Ich hatte in meinen fr\u00fchen Jahren als Vater noch sehr vieles, was ich selbst noch aufarbeiten musste (und noch heute daran arbeite), und habe dadurch auch viel Falsches weitergegeben. Aber ich habe sie nicht gross erzogen und es hat grossartig funktioniert. Ja, die Eltern sind schuld! Ok, der war provokativ\u2026 aber um auf das Gespr\u00e4ch mit der Arbeitskollegin zur\u00fcckzukommen, das ich eingangs erw\u00e4hnt habe\u2026 die Eltern sind verantwortlich. Schuld ist definitiv der falsche Ausdruck und kann in der Trotzphase verwendet werden. Was die Eltern tun, wie sie sich verhalten, hat unbestritten einen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Und wenn wir mit dem pubertierenden Kind ein Problem haben\u2026 und dann dem Kind das Gef\u00fchl geben, dass es \u00abproblematisch\u00bb ist\u2026 dass sein authentisches Selbst nicht in Ordnung ist\u2026 verursachen wir leider grossen Schaden. Doch auch das mit der Verantwortung ist schwierig. Denn verantwortlich kann man erst sein, wenn man bei Bewusstsein ist\u2026 wenn man die Identifikation mit dem Ego (der geformten, unauthentischen, anerzogenen Pers\u00f6nlichkeit) aufgel\u00f6st hat. Und dahin muss man erst mal kommen. Vergib ihnen, den sie wussten nicht, was sie tun! Wenn wir selbst erwachsen werden\u2026 und mit \u2018erwachsen\u2019 meine ich nicht angepasst, sondern wenn wir in die Eigenverantwortung kommen, wenn wir Bewusstheit erlangen, dann k\u00f6nnen wir unseren Eltern unm\u00f6glich Vorw\u00fcrfe f\u00fcr Fehler in der Erziehung machen, denn sie waren sich dessen selbst nicht bewusst. Sie gaben uns das weiter, was sie f\u00fcr richtig hielten. Und nun ist es, wie es ist. Vorw\u00fcrfe, Schuldzuweisungen und negative Emotionen den Eltern gegen\u00fcber bringen nichts und machen alles nur schlimmer. Es gilt, in die \u00abVergebung\u00bb zu gehen, in die Liebe\u2026 und die Verantwortung f\u00fcr uns selbst zu \u00fcbernehmen (und damit die Eltern von ihrer Verantwortung freizusprechen) und diese Pr\u00e4gungen ins Bewusstsein zu holen und somit aufzul\u00f6sen. So haben wir dann die Chance, es bei unseren eigenen Kindern \u00abbesser\u00bb zu machen&#8230; bei unseren eigenen Kindern nicht dieselben Traumata (Authentizit\u00e4t vs. Bindung) zu verursachen, die bei uns verursacht wurden. 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