{"id":270,"date":"2025-10-02T19:44:55","date_gmt":"2025-10-02T19:44:55","guid":{"rendered":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=270"},"modified":"2025-11-30T11:09:40","modified_gmt":"2025-11-30T11:09:40","slug":"meine-suchtgeschichte-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=270","title":{"rendered":"Meine Suchtgeschichte \u2013 Teil 3"},"content":{"rendered":"\n<p>In diesem letzten Teil zu Drogen und Sucht will ich abschliessend meine Sicht auf Drogen, Sucht und den gesellschaftlichen und politischen Umgang damit etwas erl\u00e4utern. Um meine Suchtgeschichte geht es hier weniger&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich vertrete eine sehr eigene Meinung zu Drogen und vor allem dazu, wie wir als Gesellschaft damit umgehen und ecke damit oft an \u2013 aber das tue ich sehr gerne. Ich bin immer wieder erstaunt und fast etwas erschrocken, wie wenige Menschen sich wirklich mit diesem Thema auseinandersetzen. Auseinandersetzen wollen&#8230; Wie wenige die rote Pille w\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin klar der Meinung, dass wir gerade mit unserer Leistungsgesellschaft und unserer besitz- und statusorientierten Lebensweise (und daraus resultierenden \u00abAnforderungen\u00bb an Kinder\u2026 Menschen\u2026) den N\u00e4hrboden f\u00fcr S\u00fcchte schaffen und unsere Drogenpolitik sowie die Tabuisierung eine sinnvolle Pr\u00e4vention eher erschweren als f\u00f6rdern. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich gehe sehr offen damit um, was ich konsumiere\u2026 aber auch nicht unkritisch und man darf niemals alle Substanzen in denselben Topf schmeissen. Es gibt immense Unterschiede. Und das Beste finde ich, dass die legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin &#8211; erwiesenermassen und durch Studien belegt &#8211; zu den gef\u00e4hrlichsten Substanzen \u00fcberhaupt geh\u00f6ren. Wenn ich dann in Gespr\u00e4chen mit beispielsweise Arbeitskollegen, die gerade stolz mit ihrem Alkoholkonsum vom vergangenen Wochenende prahlen, einwerfe, man m\u00f6ge sich mal vorstellen, besagte Person w\u00fcrde von Kokain oder Ecstasy sprechen, herrscht immer augenblicklich so eine witzige, betretene Stille. Aber mal von vorne&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist eigentlich eine Droge?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ich habe vor einiger Zeit das Buch \u00abRausch\u00bb von Gernot R\u00fccker gelesen. Und seine Definition hat mich \u00fcberzeugt. Sinngem\u00e4ss bezeichnet er als Droge \u00abeine Substanz, die den Gem\u00fcts- oder Geisteszustand in eine gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndert\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit kann der Begriff \u00abDroge\u00bb sehr weit gefasst werden. Wenn im Allgemeinen von Drogen geredet wird, verstehen die meisten Menschen darunter die illegalen Substanzen. Ich verstehe darunter auch Alkohol, Nikotin, Koffein\u2026 diverse Arzneimittel wie Aufputschmittel, Beruhigungsmittel und auch Psychopharmaka erf\u00fcllen eigentlich auch dieselbe Funktion wie illegale Drogen\u2026 oder umgekehrt. Der einzige Unterschied ist, dass die einen Ihre Substanzen von einem Arzt verschrieben erhalten und sie von der Allgemeinheit finanzieren lassen und die Anderen sie auf illegalem Wege beschaffen \u2013 und somit weniger gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Doch das ist auch gerade alles was sie unterscheidet. Alle Konsumenten dieser Substanzen tun dies im Endeffekt, um sich gut zu f\u00fchlen, um funktionieren zu k\u00f6nnen, um mit Traumata oder sonstigen psychischen Lasten klarzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gehen wir noch einen Schritt weiter \u2013 auch in Anlehnung an Gernot R\u00fccker \u2013 kennst du die Szene mit dem Elternteil und dem kleinen Kind, das quengelt und schreit, weil es nicht kriegt was es will\u2026 und dann kriegt es etwas Schokolade und schon ist Ruhe im Karton. Es gibt ja die ganz wilden Theoretiker, die die Auswirkungen von Schokolade, resp. von Zucker auf das Dopaminsystem mit der von Kokain vergleichen. Kann ich nicht beurteilen, aber hier wird eindeutig dem Kind eine Substanz verabreicht, die dessen Gem\u00fctszustand in eine gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Du machst Sport, um dich gut zu f\u00fchlen\u2026 um dich zu beruhigen\u2026 um nach einem stressigen Arbeitstag runterzukommen\u2026 ok, heisses Eisen, den Sport mit einer Droge gleichzusetzen. Aber der Sport kann eindeutig dieselbe Funktion erf\u00fcllen. Er kann Sinn im Leben stiften, Ablenken, beruhigen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dieser Definition gibt es also sehr viele Drogen. Wir k\u00f6nnen auch einfach aufh\u00f6ren, den Begriff \u00abDroge\u00bb negativ zu werten. Uns wird beigebracht, dass Drogen etwas Schlechtes sind\u2026 m\u00fcssen sie das sein? Oder betrachten wir sie einfach negativ, weil wir Drogen mit Problemen gleichsetzen? Was war zuerst, das Problem oder die Droge? \u2026vielleicht hilft der n\u00e4chste Abschnitt weiter\u2026<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist Sucht?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das eine ist die Substanz, das andere die Sucht danach. Was ist genau eine Sucht? Hier bediene ich mich gerne der Definition des Suchtbegriffs von Dr. Gabor Mat\u00e9. Er bezeichnet Sucht als \u00abeine Verhaltensweise, die man weiterf\u00fchrt, die man nicht lassen kann und will, obwohl sie den Betroffenen selbst und\/oder sein Umfeld sch\u00e4digt\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p>Ok, nun k\u00f6nnen wir Sport definitiv in die Reihe der Drogen aufnehmen. Wie viele Sportler stellen ihren Sport \u00fcber das Wohl ihrer Familie\u2026 machen mit dem Sport weiter, obwohl sie verletzt sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Und so kann man andererseits auch regelm\u00e4ssig illegale Substanzen konsumieren und dennoch nicht s\u00fcchtig danach sein\u2026 und zum anderen kann man gesellschaftlich v\u00f6llig akzeptierten T\u00e4tigkeiten nachgehen und sich sowie sein Umfeld damit massiv sch\u00e4digen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Workaholic? Kaufsucht? Sportsucht? Wenn man das mal so ansieht, wird das Thema ziemlich spannend, nicht!?<\/p>\n\n\n\n<p>Gehen wir zur\u00fcck zum Kind, das Schokolade kriegt, um sich zu beruhigen. Ob das Kind so wohl lernt, mit negativen Emotionen umzugehen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Suchtpers\u00f6nlichkeit\u2026Suchtgehirn?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wieso werden denn nun einige Menschen s\u00fcchtig und andere nicht? Schon in meiner Zeit als jugendlicher Kiffer sagte ich immer \u00abOb jemand von einer Substanz abh\u00e4ngig wird, liegt nicht an der Substanz, sondern an der Person an sich, an den Gr\u00fcnden wieso diese Person eine Substanz konsumiert.\u00bb \u2026es war das, was ich in meinem Umfeld wahrnehmen konnte. Ich habe viele Menschen gesehen, die mal eine Weile eine Substanz konsumiert haben und dann einfach wieder aufgeh\u00f6rt haben\u2026 andere h\u00f6rten nicht mehr auf\u2026 begannen irgendwann andere Substanzen zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wusste damals noch nicht, wie recht ich haben sollte. Doch ich verlernte irgendwann, meiner Wahrnehmung und Intuition zu vertrauen. Die anderen mussten es besser wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Buch \u00abIm Reich der hungrigen Geister\u00bb von Dr. Gabor Mat\u00e9 hat sich mein damaliges Verst\u00e4ndnis von Sucht best\u00e4tigt\u2026 und erweitert. An einer Stelle erw\u00e4hnt er, dass eine sehr grosse Anzahl der US-Soldaten, die im Vietnamkrieg dienten, dort Heroin konsumierten\u2026 und dass 95 oder 98% davon, nach der R\u00fcckkehr aus dem Krieg einfach so, ohne Therapie oder sonst etwas, wieder aufgeh\u00f6rt haben. Es war nicht die Substanz, es waren die Lebensumst\u00e4nde, die diese Soldaten haben zur Droge greifen lassen. Und sobald die Situation wieder \u00abnormal\u00bb war, sie also aus dem Krieg zur\u00fcck waren, ben\u00f6tigten sie die Substanz nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026der Grund daf\u00fcr, dass jemand s\u00fcchtig wird, liegt laut Gabor Mat\u00e9 in der Pers\u00f6nlichkeit begr\u00fcndet. Die Substanz tut dann ihren Teil dazu, sie ver\u00e4ndert das Gehirn\u2026 die Impulskontrolle wird schw\u00e4cher und schw\u00e4cher\u2026 nachhaltig. Und so findet dann jede \u00abSuchtpers\u00f6nlichkeit\u00bb ihre Substanz, die sie nicht mehr losl\u00e4sst. Also ja, die Substanz kann sicher S\u00fcchtig machen. Doch der Ursprung ist nicht die Substanz, sondern die Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und darum greifen Drogenpr\u00e4vention und Drogenentzug fast immer zu kurz. Der reine Drogenentzug ist eigentlich nur eine Symptombek\u00e4mpfung. Und wenn ein Drogenentzug \u00aberfolgreich\u00bb ist, geschieht einfach meist eine Suchtverlagerung\u2026 man muss beim Ursprung ansetzen. Bei der Pers\u00f6nlichkeit\u2026 bei dem, was die Pers\u00f6nlichkeit geformt hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pr\u00e4vention vs. Verbot<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich ist hier die Gretchenfrage immer; macht es die Situation wirklich besser, dass Drogen verboten sind? Ich bin der Meinung, dass die Verbote kontraproduktiv sind. Das aus folgenden Gr\u00fcnden:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Wer Drogen konsumieren will, tut das sowieso,<\/li>\n\n\n\n<li>Die Illegalit\u00e4t und Stigmatisierung f\u00fchrt aber eher dazu, dass jemand eher gehemmt sein k\u00f6nnte, ein Hilfsangebot in Anspruch zu nehmen.<\/li>\n\n\n\n<li>Menschen die eigentlich ein Problem haben und niemandem etwas zu leide tun w\u00fcrden, werden kriminalisiert.<\/li>\n\n\n\n<li>Drogenkriminalit\u00e4t existiert nur, weil die Drogen eben illegal sind. Stell dir vor, Drogen w\u00e4ren legal erh\u00e4ltlich, wie\u2026 Alkohol\u2026 existiert hier in Europa ein Schwarzmarkt f\u00fcr Alkohol? Alkholkartelle?<\/li>\n\n\n\n<li>Dadurch dass der Handel mit diesen Substanzen risikobehaftet ist, sind sie extrem teuer, was den S\u00fcchtigen rasch in die Beschaffungskriminalit\u00e4t treiben kann\u2026 oder in die Prostitution.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Illegalit\u00e4t f\u00fchrt dazu, dass die Konsumenten gezwungen sind, Substanzen zu konsumieren, die tendenziell verunreinigt sind und haben dadurch ein hohes Risiko.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Und so weiter\u2026 ich k\u00f6nnte die Liste noch weiterf\u00fchren. Aber wir sind hier auf einem Blog und dieser Artikel ist schon jetzt gigantisch. Ich bin ganz klar der Meinung, dass die Kriminalisierung mehr Probleme schafft, als sie l\u00f6st. Und wenn wir uns noch anschauen, was der Krieg gegen die Drogen an finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen bindet, muss man sich definitiv Fragen, ob das sinnvoll ist. Und nun kommt mein liebster Teil\u2026 das Gefahrenpotenzial der einzelnen Rauschdrogen. Bist du bereit?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Gefahrenpotenzial verschiedener Drogen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Schau dir mal die Arbeit von Prof. David Nutt an\u2026 wer ist David Nutt? Ich zitiere mal den Eintrag auf Wikipedia:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00abDavid John Nutt&nbsp;ist ein britischer Psychiater und&nbsp;Psychopharmakologe&nbsp;und bekannt durch seine wissenschaftlich fundierten, aber&nbsp;drogenpolitisch&nbsp;umstrittenen Aussagen zu&nbsp;k\u00f6rperlichen und psychischen Folgen von Drogen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Aha\u2026 <strong>wissenschaftlich fundierte<\/strong>, aber <strong>drogenpolitisch umstrittenen<\/strong> Aussagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also\u2026 wie jetzt\u2026 die wissenschaftlich fundierten Aussagen sind politisch umstritten\u2026?!? Wollen die mir jetzt sagen, dass die Drogenpolitik gar nicht zwingend wissenschaftlich fundiert ist? Nein, ist sie definitiv nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Wikipedia findet sich eine wunderbare Grafik, in der er das Gefahrenpotenzial verschiedener Drogen darstellt. Ich lasse das Bild f\u00fcr sich sprechen\u2026<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Drogen-schadenspotenzial-nutt-2010.svg\" alt=\"\" class=\"wp-image-271\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Alkohol ist auf Platz eins! Spitzenreiter! T\u00f6tet die meisten seiner Konsumenten. Schlimmer als Heroin, Crack, Meth, Koks und Tabak\u2026 Tabak nimmt f\u00fcr sich Platz 6 in Anspruch! Nochmals: WISSENSCHAFTLICH fundiert, aber drogenPOLITISCH umstritten. Wollt ihr mich eigentlich verarschen?!?!?! Wieso sind Ecstasy und LSD\u2026 Substanzen die sogar therapeutisches Potenzial haben, verboten, w\u00e4hrend Alkohol, die t\u00f6dlichste aller Drogen (die \u00fcbrigens als einzige nicht physiologisch wirkt, also nicht an einen Rezeptor andockt, sondern den Rausch einzig durch Vergiftung herbeif\u00fchrt) legal in jedem verdammten Supermarkt erh\u00e4ltlich\u2026 sogar an Tankstellen\u2026!?!?<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Drogenpolitik ist ein einziger Witz. Ich kann es nicht anders ausdr\u00fccken. \u00dcbrigens, diese Grafik findest du im Artikel zu Alkohol bei Wikipedia selbstverst\u00e4ndlich nicht. Im Artikel zu MDMA (Ecstasy) ist sie abgebildet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lasse dich diesen Abschnitt selbst zu Ende denken. \u00dcber die Hintergr\u00fcnde&#8230; den Ursprung der aktuellen Drogenpolitik k\u00f6nnen wir ein andermal sprechen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nochmals Dr. Gabor Mat\u00e9<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Sinngem\u00e4ss zitiert und massiv abgek\u00fcrzt aus \u00abVom Mythos des Normalen\u00bb\u2026 Wenn ein an sich gesunder Organismus in einem Labor in seiner Kultur (biochemische N\u00e4hrl\u00f6sung zur F\u00f6rderung der Entwicklung diese Organismus) nicht gedeiht, kommt kaum jemand auf die Idee, dass das am Organismus selbst liegt. Der Fehler wird eher in der Kultur gesucht. Gedeiht eine Pflanze nicht, suchen wir das Problem eher im Boden und in der Bew\u00e4sserung (in der Kultur). Wird ein Tier krank, schauen wir, ob es die richtige Nahrung kriegt und ob das Umfeld stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Menschen handhaben wir das irgendwie anders. Je \u00abentwickelter\u00bb eine Gesellschaft (eine Kultur) ist, desto kr\u00e4nker sind die darin lebenden Menschen. Und hier geht es nicht nur um Fettleibigkeit, Herz-Kreislaufproblematiken und Diabetes\u2026 Psychische Erkrankungen wie Angstst\u00f6rungen und Depressionen sind die am rasantesten zunehmenden Diagnosen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht sollten wir doch eher mal unsere Kultur hinterfragen\u2026 und nicht den (s\u00fcchtigen) Menschen an sich&#8230; und Sucht eher als ein Symptom betrachten\u2026 Vielleicht&#8230; nur ganz vielleicht&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Und nochmals ich\u2026 mein Fazit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Sucht kann verschiedene Formen annehmen und eine F\u00fclle von Substanzen aber auch Verhaltensweisen k\u00f6nnen die Funktion einer \u00abDroge\u00bb haben. So auch Sport\u2026 f\u00fcr mich\u2026 und ich kann nur f\u00fcr mich reden\u2026 schreiben\u2026 denn nur, was ich selbst erlebt habe, kann ich wirklich wissen\u2026 f\u00fcr mich hatte der Sport genau die Funktion einer Droge und ich habe mich damit fast kaputt gemacht. Und so kann ein Mensch sein Leben lang s\u00fcchtig sein und dennoch \u00abgut\u00bb leben\u2026 w\u00e4hrend ein anderer Mensch an seiner Sucht zu Grunde geht. Der Grat ist schmal.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau wie verschiedene Dinge die Funktion einer Droge haben k\u00f6nnen, haben unterschiedliche Substanzen eine v\u00f6llig unterschiedliche Wirkung. Bei mir ist klar THC die gef\u00e4hrliche Droge, diejenige nach der ich s\u00fcchtig bin und die mich gefangen h\u00e4lt in meinem alten Ich. Die mich von meinen Gef\u00fchlen trennt und meine Ent-Wicklung behindert\u2026 w\u00e4hrend MDMA mir die T\u00fcre ge\u00f6ffnet hat\u2026 mir erm\u00f6glicht hat, kurz aus dem goldenen K\u00e4fig herauszutreten und zu sehen, was da ist&#8230; wer ich sein kann, wenn ich frei von allem, von mir selbst bin\u2026 und zu erkennen, was meinen goldenen K\u00e4fig erbaut hat\u2026 und dann kam LSD und hat den K\u00e4fig einfach zerst\u00f6rt\u2026 und so den Weg zu meinem wahren, authentischen Sein freigemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem letzten Teil zu Drogen und Sucht will ich abschliessend meine Sicht auf Drogen, Sucht und den gesellschaftlichen und politischen Umgang damit etwas erl\u00e4utern. Um meine Suchtgeschichte geht es hier weniger&#8230; Ich vertrete eine sehr eigene Meinung zu Drogen und vor allem dazu, wie wir als Gesellschaft damit umgehen und ecke damit oft an \u2013 aber das tue ich sehr gerne. Ich bin immer wieder erstaunt und fast etwas erschrocken, wie wenige Menschen sich wirklich mit diesem Thema auseinandersetzen. Auseinandersetzen wollen&#8230; Wie wenige die rote Pille w\u00e4hlen. Ich bin klar der Meinung, dass wir gerade mit unserer Leistungsgesellschaft und unserer besitz- und statusorientierten Lebensweise (und daraus resultierenden \u00abAnforderungen\u00bb an Kinder\u2026 Menschen\u2026) den N\u00e4hrboden f\u00fcr S\u00fcchte schaffen und unsere Drogenpolitik sowie die Tabuisierung eine sinnvolle Pr\u00e4vention eher erschweren als f\u00f6rdern. Ich gehe sehr offen damit um, was ich konsumiere\u2026 aber auch nicht unkritisch und man darf niemals alle Substanzen in denselben Topf schmeissen. Es gibt immense Unterschiede. Und das Beste finde ich, dass die legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin &#8211; erwiesenermassen und durch Studien belegt &#8211; zu den gef\u00e4hrlichsten Substanzen \u00fcberhaupt geh\u00f6ren. Wenn ich dann in Gespr\u00e4chen mit beispielsweise Arbeitskollegen, die gerade stolz mit ihrem Alkoholkonsum vom vergangenen Wochenende prahlen, einwerfe, man m\u00f6ge sich mal vorstellen, besagte Person w\u00fcrde von Kokain oder Ecstasy sprechen, herrscht immer augenblicklich so eine witzige, betretene Stille. Aber mal von vorne&#8230; Was ist eigentlich eine Droge? Ich habe vor einiger Zeit das Buch \u00abRausch\u00bb von Gernot R\u00fccker gelesen. Und seine Definition hat mich \u00fcberzeugt. Sinngem\u00e4ss bezeichnet er als Droge \u00abeine Substanz, die den Gem\u00fcts- oder Geisteszustand in eine gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndert\u00bb. Somit kann der Begriff \u00abDroge\u00bb sehr weit gefasst werden. Wenn im Allgemeinen von Drogen geredet wird, verstehen die meisten Menschen darunter die illegalen Substanzen. Ich verstehe darunter auch Alkohol, Nikotin, Koffein\u2026 diverse Arzneimittel wie Aufputschmittel, Beruhigungsmittel und auch Psychopharmaka erf\u00fcllen eigentlich auch dieselbe Funktion wie illegale Drogen\u2026 oder umgekehrt. Der einzige Unterschied ist, dass die einen Ihre Substanzen von einem Arzt verschrieben erhalten und sie von der Allgemeinheit finanzieren lassen und die Anderen sie auf illegalem Wege beschaffen \u2013 und somit weniger gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Doch das ist auch gerade alles was sie unterscheidet. Alle Konsumenten dieser Substanzen tun dies im Endeffekt, um sich gut zu f\u00fchlen, um funktionieren zu k\u00f6nnen, um mit Traumata oder sonstigen psychischen Lasten klarzukommen. Gehen wir noch einen Schritt weiter \u2013 auch in Anlehnung an Gernot R\u00fccker \u2013 kennst du die Szene mit dem Elternteil und dem kleinen Kind, das quengelt und schreit, weil es nicht kriegt was es will\u2026 und dann kriegt es etwas Schokolade und schon ist Ruhe im Karton. Es gibt ja die ganz wilden Theoretiker, die die Auswirkungen von Schokolade, resp. von Zucker auf das Dopaminsystem mit der von Kokain vergleichen. Kann ich nicht beurteilen, aber hier wird eindeutig dem Kind eine Substanz verabreicht, die dessen Gem\u00fctszustand in eine gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndert. Du machst Sport, um dich gut zu f\u00fchlen\u2026 um dich zu beruhigen\u2026 um nach einem stressigen Arbeitstag runterzukommen\u2026 ok, heisses Eisen, den Sport mit einer Droge gleichzusetzen. Aber der Sport kann eindeutig dieselbe Funktion erf\u00fcllen. Er kann Sinn im Leben stiften, Ablenken, beruhigen&#8230; Nach dieser Definition gibt es also sehr viele Drogen. Wir k\u00f6nnen auch einfach aufh\u00f6ren, den Begriff \u00abDroge\u00bb negativ zu werten. Uns wird beigebracht, dass Drogen etwas Schlechtes sind\u2026 m\u00fcssen sie das sein? Oder betrachten wir sie einfach negativ, weil wir Drogen mit Problemen gleichsetzen? Was war zuerst, das Problem oder die Droge? \u2026vielleicht hilft der n\u00e4chste Abschnitt weiter\u2026 Was ist Sucht? Das eine ist die Substanz, das andere die Sucht danach. Was ist genau eine Sucht? Hier bediene ich mich gerne der Definition des Suchtbegriffs von Dr. Gabor Mat\u00e9. Er bezeichnet Sucht als \u00abeine Verhaltensweise, die man weiterf\u00fchrt, die man nicht lassen kann und will, obwohl sie den Betroffenen selbst und\/oder sein Umfeld sch\u00e4digt\u00bb. Ok, nun k\u00f6nnen wir Sport definitiv in die Reihe der Drogen aufnehmen. Wie viele Sportler stellen ihren Sport \u00fcber das Wohl ihrer Familie\u2026 machen mit dem Sport weiter, obwohl sie verletzt sind? Und so kann man andererseits auch regelm\u00e4ssig illegale Substanzen konsumieren und dennoch nicht s\u00fcchtig danach sein\u2026 und zum anderen kann man gesellschaftlich v\u00f6llig akzeptierten T\u00e4tigkeiten nachgehen und sich sowie sein Umfeld damit massiv sch\u00e4digen\u2026 Workaholic? Kaufsucht? Sportsucht? Wenn man das mal so ansieht, wird das Thema ziemlich spannend, nicht!? Gehen wir zur\u00fcck zum Kind, das Schokolade kriegt, um sich zu beruhigen. Ob das Kind so wohl lernt, mit negativen Emotionen umzugehen? Suchtpers\u00f6nlichkeit\u2026Suchtgehirn? Wieso werden denn nun einige Menschen s\u00fcchtig und andere nicht? Schon in meiner Zeit als jugendlicher Kiffer sagte ich immer \u00abOb jemand von einer Substanz abh\u00e4ngig wird, liegt nicht an der Substanz, sondern an der Person an sich, an den Gr\u00fcnden wieso diese Person eine Substanz konsumiert.\u00bb \u2026es war das, was ich in meinem Umfeld wahrnehmen konnte. Ich habe viele Menschen gesehen, die mal eine Weile eine Substanz konsumiert haben und dann einfach wieder aufgeh\u00f6rt haben\u2026 andere h\u00f6rten nicht mehr auf\u2026 begannen irgendwann andere Substanzen zu nehmen. Ich wusste damals noch nicht, wie recht ich haben sollte. Doch ich verlernte irgendwann, meiner Wahrnehmung und Intuition zu vertrauen. Die anderen mussten es besser wissen. Im Buch \u00abIm Reich der hungrigen Geister\u00bb von Dr. Gabor Mat\u00e9 hat sich mein damaliges Verst\u00e4ndnis von Sucht best\u00e4tigt\u2026 und erweitert. An einer Stelle erw\u00e4hnt er, dass eine sehr grosse Anzahl der US-Soldaten, die im Vietnamkrieg dienten, dort Heroin konsumierten\u2026 und dass 95 oder 98% davon, nach der R\u00fcckkehr aus dem Krieg einfach so, ohne Therapie oder sonst etwas, wieder aufgeh\u00f6rt haben. Es war nicht die Substanz, es waren die Lebensumst\u00e4nde, die diese Soldaten haben zur Droge greifen lassen. Und sobald die Situation wieder \u00abnormal\u00bb war, sie also aus dem Krieg zur\u00fcck waren, ben\u00f6tigten sie die Substanz nicht mehr. \u2026der Grund daf\u00fcr, dass jemand s\u00fcchtig wird, liegt laut Gabor Mat\u00e9 in der Pers\u00f6nlichkeit begr\u00fcndet. Die Substanz tut dann ihren Teil dazu, sie ver\u00e4ndert das Gehirn\u2026 die Impulskontrolle wird schw\u00e4cher und schw\u00e4cher\u2026 nachhaltig. Und so findet dann jede \u00abSuchtpers\u00f6nlichkeit\u00bb ihre Substanz, die sie nicht mehr losl\u00e4sst. Also ja, die Substanz kann sicher S\u00fcchtig machen. Doch der Ursprung ist nicht die Substanz, sondern die Pers\u00f6nlichkeit. Und darum greifen Drogenpr\u00e4vention und Drogenentzug fast immer zu kurz. Der reine Drogenentzug ist eigentlich nur eine Symptombek\u00e4mpfung. Und wenn ein Drogenentzug \u00aberfolgreich\u00bb ist, geschieht einfach meist eine Suchtverlagerung\u2026 man muss beim Ursprung ansetzen. Bei der Pers\u00f6nlichkeit\u2026 bei dem, was die Pers\u00f6nlichkeit geformt hat. Pr\u00e4vention vs. Verbot F\u00fcr mich ist hier die Gretchenfrage immer; macht es die Situation wirklich besser, dass Drogen verboten sind? Ich bin der Meinung, dass die Verbote kontraproduktiv sind. Das aus folgenden Gr\u00fcnden: Und so weiter\u2026 ich k\u00f6nnte die Liste noch weiterf\u00fchren. Aber wir sind hier auf einem Blog und dieser Artikel ist schon jetzt gigantisch. Ich bin ganz klar der Meinung, dass die Kriminalisierung mehr Probleme schafft, als sie l\u00f6st. Und wenn wir uns noch anschauen, was der Krieg gegen die Drogen an finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen bindet, muss man sich definitiv Fragen, ob das sinnvoll ist. Und nun kommt mein liebster Teil\u2026 das Gefahrenpotenzial der einzelnen Rauschdrogen. Bist du bereit? Das Gefahrenpotenzial verschiedener Drogen Schau dir mal die Arbeit von Prof. David Nutt an\u2026 wer ist David Nutt? Ich zitiere mal den Eintrag auf Wikipedia: \u00abDavid John Nutt&nbsp;ist ein britischer Psychiater und&nbsp;Psychopharmakologe&nbsp;und bekannt durch seine wissenschaftlich fundierten, aber&nbsp;drogenpolitisch&nbsp;umstrittenen Aussagen zu&nbsp;k\u00f6rperlichen und psychischen Folgen von Drogen.\u00bb Aha\u2026 wissenschaftlich fundierte, aber drogenpolitisch umstrittenen Aussagen. Also\u2026 wie jetzt\u2026 die wissenschaftlich fundierten Aussagen sind politisch umstritten\u2026?!? Wollen die mir jetzt sagen, dass die Drogenpolitik gar nicht zwingend wissenschaftlich fundiert ist? Nein, ist sie definitiv nicht! Auf Wikipedia findet sich eine wunderbare Grafik, in der er das Gefahrenpotenzial verschiedener Drogen darstellt. Ich lasse das Bild f\u00fcr sich sprechen\u2026 Alkohol ist auf Platz eins! Spitzenreiter! T\u00f6tet die meisten seiner Konsumenten. Schlimmer als Heroin, Crack, Meth, Koks und Tabak\u2026 Tabak nimmt f\u00fcr sich Platz 6 in Anspruch! Nochmals: WISSENSCHAFTLICH fundiert, aber drogenPOLITISCH umstritten. Wollt ihr mich eigentlich verarschen?!?!?! Wieso sind Ecstasy und LSD\u2026 Substanzen die sogar therapeutisches Potenzial haben, verboten, w\u00e4hrend Alkohol, die t\u00f6dlichste aller Drogen (die \u00fcbrigens als einzige nicht physiologisch wirkt, also nicht an einen Rezeptor andockt, sondern den Rausch einzig durch Vergiftung herbeif\u00fchrt) legal in jedem verdammten Supermarkt erh\u00e4ltlich\u2026 sogar an Tankstellen\u2026!?!? Unsere Drogenpolitik ist ein einziger Witz. Ich kann es nicht anders ausdr\u00fccken. \u00dcbrigens, diese Grafik findest du im Artikel zu Alkohol bei Wikipedia selbstverst\u00e4ndlich nicht. Im Artikel zu MDMA (Ecstasy) ist sie abgebildet. Ich lasse dich diesen Abschnitt selbst zu Ende denken. \u00dcber die Hintergr\u00fcnde&#8230; den Ursprung der aktuellen Drogenpolitik k\u00f6nnen wir ein andermal sprechen. Nochmals Dr. Gabor Mat\u00e9 Sinngem\u00e4ss zitiert und massiv abgek\u00fcrzt aus \u00abVom Mythos des Normalen\u00bb\u2026 Wenn ein an sich gesunder Organismus in einem Labor in seiner Kultur (biochemische N\u00e4hrl\u00f6sung zur F\u00f6rderung der Entwicklung diese Organismus) nicht gedeiht, kommt kaum jemand auf die Idee, dass das am Organismus selbst liegt. Der Fehler wird eher in der Kultur gesucht. Gedeiht eine Pflanze nicht, suchen wir das Problem eher im Boden und in der Bew\u00e4sserung (in der Kultur). Wird ein Tier krank, schauen wir, ob es die richtige Nahrung kriegt und ob das Umfeld stimmt. Beim Menschen handhaben wir das irgendwie anders. Je \u00abentwickelter\u00bb eine Gesellschaft (eine Kultur) ist, desto kr\u00e4nker sind die darin lebenden Menschen. Und hier geht es nicht nur um Fettleibigkeit, Herz-Kreislaufproblematiken und Diabetes\u2026 Psychische Erkrankungen wie Angstst\u00f6rungen und Depressionen sind die am rasantesten zunehmenden Diagnosen. Vielleicht sollten wir doch eher mal unsere Kultur hinterfragen\u2026 und nicht den (s\u00fcchtigen) Menschen an sich&#8230; und Sucht eher als ein Symptom betrachten\u2026 Vielleicht&#8230; nur ganz vielleicht&#8230; Und nochmals ich\u2026 mein Fazit Sucht kann verschiedene Formen annehmen und eine F\u00fclle von Substanzen aber auch Verhaltensweisen k\u00f6nnen die Funktion einer \u00abDroge\u00bb haben. So auch Sport\u2026 f\u00fcr mich\u2026 und ich kann nur f\u00fcr mich reden\u2026 schreiben\u2026 denn nur, was ich selbst erlebt habe, kann ich wirklich wissen\u2026 f\u00fcr mich hatte der Sport genau die Funktion einer Droge und ich habe mich damit fast kaputt gemacht. Und so kann ein Mensch sein Leben lang s\u00fcchtig sein und dennoch \u00abgut\u00bb leben\u2026 w\u00e4hrend ein anderer Mensch an seiner Sucht zu Grunde geht. Der Grat ist schmal. Genau wie verschiedene Dinge die Funktion einer Droge haben k\u00f6nnen, haben unterschiedliche Substanzen eine v\u00f6llig unterschiedliche Wirkung. Bei mir ist klar THC die gef\u00e4hrliche Droge, diejenige nach der ich s\u00fcchtig bin und die mich gefangen h\u00e4lt in meinem alten Ich. 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Um meine Suchtgeschichte geht es hier weniger&#8230; Ich vertrete eine sehr eigene Meinung zu Drogen und vor allem dazu, wie wir als Gesellschaft damit umgehen und ecke damit oft an \u2013 aber das tue ich sehr gerne. Ich bin immer wieder erstaunt und fast etwas erschrocken, wie wenige Menschen sich wirklich mit diesem Thema auseinandersetzen. Auseinandersetzen wollen&#8230; Wie wenige die rote Pille w\u00e4hlen. Ich bin klar der Meinung, dass wir gerade mit unserer Leistungsgesellschaft und unserer besitz- und statusorientierten Lebensweise (und daraus resultierenden \u00abAnforderungen\u00bb an Kinder\u2026 Menschen\u2026) den N\u00e4hrboden f\u00fcr S\u00fcchte schaffen und unsere Drogenpolitik sowie die Tabuisierung eine sinnvolle Pr\u00e4vention eher erschweren als f\u00f6rdern. Ich gehe sehr offen damit um, was ich konsumiere\u2026 aber auch nicht unkritisch und man darf niemals alle Substanzen in denselben Topf schmeissen. Es gibt immense Unterschiede. Und das Beste finde ich, dass die legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin &#8211; erwiesenermassen und durch Studien belegt &#8211; zu den gef\u00e4hrlichsten Substanzen \u00fcberhaupt geh\u00f6ren. Wenn ich dann in Gespr\u00e4chen mit beispielsweise Arbeitskollegen, die gerade stolz mit ihrem Alkoholkonsum vom vergangenen Wochenende prahlen, einwerfe, man m\u00f6ge sich mal vorstellen, besagte Person w\u00fcrde von Kokain oder Ecstasy sprechen, herrscht immer augenblicklich so eine witzige, betretene Stille. Aber mal von vorne&#8230; Was ist eigentlich eine Droge? Ich habe vor einiger Zeit das Buch \u00abRausch\u00bb von Gernot R\u00fccker gelesen. Und seine Definition hat mich \u00fcberzeugt. Sinngem\u00e4ss bezeichnet er als Droge \u00abeine Substanz, die den Gem\u00fcts- oder Geisteszustand in eine gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndert\u00bb. Somit kann der Begriff \u00abDroge\u00bb sehr weit gefasst werden. Wenn im Allgemeinen von Drogen geredet wird, verstehen die meisten Menschen darunter die illegalen Substanzen. Ich verstehe darunter auch Alkohol, Nikotin, Koffein\u2026 diverse Arzneimittel wie Aufputschmittel, Beruhigungsmittel und auch Psychopharmaka erf\u00fcllen eigentlich auch dieselbe Funktion wie illegale Drogen\u2026 oder umgekehrt. Der einzige Unterschied ist, dass die einen Ihre Substanzen von einem Arzt verschrieben erhalten und sie von der Allgemeinheit finanzieren lassen und die Anderen sie auf illegalem Wege beschaffen \u2013 und somit weniger gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Doch das ist auch gerade alles was sie unterscheidet. Alle Konsumenten dieser Substanzen tun dies im Endeffekt, um sich gut zu f\u00fchlen, um funktionieren zu k\u00f6nnen, um mit Traumata oder sonstigen psychischen Lasten klarzukommen. Gehen wir noch einen Schritt weiter \u2013 auch in Anlehnung an Gernot R\u00fccker \u2013 kennst du die Szene mit dem Elternteil und dem kleinen Kind, das quengelt und schreit, weil es nicht kriegt was es will\u2026 und dann kriegt es etwas Schokolade und schon ist Ruhe im Karton. Es gibt ja die ganz wilden Theoretiker, die die Auswirkungen von Schokolade, resp. von Zucker auf das Dopaminsystem mit der von Kokain vergleichen. Kann ich nicht beurteilen, aber hier wird eindeutig dem Kind eine Substanz verabreicht, die dessen Gem\u00fctszustand in eine gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndert. Du machst Sport, um dich gut zu f\u00fchlen\u2026 um dich zu beruhigen\u2026 um nach einem stressigen Arbeitstag runterzukommen\u2026 ok, heisses Eisen, den Sport mit einer Droge gleichzusetzen. Aber der Sport kann eindeutig dieselbe Funktion erf\u00fcllen. Er kann Sinn im Leben stiften, Ablenken, beruhigen&#8230; Nach dieser Definition gibt es also sehr viele Drogen. Wir k\u00f6nnen auch einfach aufh\u00f6ren, den Begriff \u00abDroge\u00bb negativ zu werten. Uns wird beigebracht, dass Drogen etwas Schlechtes sind\u2026 m\u00fcssen sie das sein? Oder betrachten wir sie einfach negativ, weil wir Drogen mit Problemen gleichsetzen? Was war zuerst, das Problem oder die Droge? \u2026vielleicht hilft der n\u00e4chste Abschnitt weiter\u2026 Was ist Sucht? Das eine ist die Substanz, das andere die Sucht danach. Was ist genau eine Sucht? Hier bediene ich mich gerne der Definition des Suchtbegriffs von Dr. Gabor Mat\u00e9. Er bezeichnet Sucht als \u00abeine Verhaltensweise, die man weiterf\u00fchrt, die man nicht lassen kann und will, obwohl sie den Betroffenen selbst und\/oder sein Umfeld sch\u00e4digt\u00bb. Ok, nun k\u00f6nnen wir Sport definitiv in die Reihe der Drogen aufnehmen. Wie viele Sportler stellen ihren Sport \u00fcber das Wohl ihrer Familie\u2026 machen mit dem Sport weiter, obwohl sie verletzt sind? Und so kann man andererseits auch regelm\u00e4ssig illegale Substanzen konsumieren und dennoch nicht s\u00fcchtig danach sein\u2026 und zum anderen kann man gesellschaftlich v\u00f6llig akzeptierten T\u00e4tigkeiten nachgehen und sich sowie sein Umfeld damit massiv sch\u00e4digen\u2026 Workaholic? Kaufsucht? Sportsucht? Wenn man das mal so ansieht, wird das Thema ziemlich spannend, nicht!? Gehen wir zur\u00fcck zum Kind, das Schokolade kriegt, um sich zu beruhigen. Ob das Kind so wohl lernt, mit negativen Emotionen umzugehen? Suchtpers\u00f6nlichkeit\u2026Suchtgehirn? Wieso werden denn nun einige Menschen s\u00fcchtig und andere nicht? Schon in meiner Zeit als jugendlicher Kiffer sagte ich immer \u00abOb jemand von einer Substanz abh\u00e4ngig wird, liegt nicht an der Substanz, sondern an der Person an sich, an den Gr\u00fcnden wieso diese Person eine Substanz konsumiert.\u00bb \u2026es war das, was ich in meinem Umfeld wahrnehmen konnte. Ich habe viele Menschen gesehen, die mal eine Weile eine Substanz konsumiert haben und dann einfach wieder aufgeh\u00f6rt haben\u2026 andere h\u00f6rten nicht mehr auf\u2026 begannen irgendwann andere Substanzen zu nehmen. Ich wusste damals noch nicht, wie recht ich haben sollte. Doch ich verlernte irgendwann, meiner Wahrnehmung und Intuition zu vertrauen. Die anderen mussten es besser wissen. Im Buch \u00abIm Reich der hungrigen Geister\u00bb von Dr. Gabor Mat\u00e9 hat sich mein damaliges Verst\u00e4ndnis von Sucht best\u00e4tigt\u2026 und erweitert. An einer Stelle erw\u00e4hnt er, dass eine sehr grosse Anzahl der US-Soldaten, die im Vietnamkrieg dienten, dort Heroin konsumierten\u2026 und dass 95 oder 98% davon, nach der R\u00fcckkehr aus dem Krieg einfach so, ohne Therapie oder sonst etwas, wieder aufgeh\u00f6rt haben. Es war nicht die Substanz, es waren die Lebensumst\u00e4nde, die diese Soldaten haben zur Droge greifen lassen. Und sobald die Situation wieder \u00abnormal\u00bb war, sie also aus dem Krieg zur\u00fcck waren, ben\u00f6tigten sie die Substanz nicht mehr. \u2026der Grund daf\u00fcr, dass jemand s\u00fcchtig wird, liegt laut Gabor Mat\u00e9 in der Pers\u00f6nlichkeit begr\u00fcndet. Die Substanz tut dann ihren Teil dazu, sie ver\u00e4ndert das Gehirn\u2026 die Impulskontrolle wird schw\u00e4cher und schw\u00e4cher\u2026 nachhaltig. Und so findet dann jede \u00abSuchtpers\u00f6nlichkeit\u00bb ihre Substanz, die sie nicht mehr losl\u00e4sst. Also ja, die Substanz kann sicher S\u00fcchtig machen. Doch der Ursprung ist nicht die Substanz, sondern die Pers\u00f6nlichkeit. Und darum greifen Drogenpr\u00e4vention und Drogenentzug fast immer zu kurz. Der reine Drogenentzug ist eigentlich nur eine Symptombek\u00e4mpfung. Und wenn ein Drogenentzug \u00aberfolgreich\u00bb ist, geschieht einfach meist eine Suchtverlagerung\u2026 man muss beim Ursprung ansetzen. Bei der Pers\u00f6nlichkeit\u2026 bei dem, was die Pers\u00f6nlichkeit geformt hat. Pr\u00e4vention vs. Verbot F\u00fcr mich ist hier die Gretchenfrage immer; macht es die Situation wirklich besser, dass Drogen verboten sind? Ich bin der Meinung, dass die Verbote kontraproduktiv sind. Das aus folgenden Gr\u00fcnden: Und so weiter\u2026 ich k\u00f6nnte die Liste noch weiterf\u00fchren. Aber wir sind hier auf einem Blog und dieser Artikel ist schon jetzt gigantisch. Ich bin ganz klar der Meinung, dass die Kriminalisierung mehr Probleme schafft, als sie l\u00f6st. Und wenn wir uns noch anschauen, was der Krieg gegen die Drogen an finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen bindet, muss man sich definitiv Fragen, ob das sinnvoll ist. Und nun kommt mein liebster Teil\u2026 das Gefahrenpotenzial der einzelnen Rauschdrogen. Bist du bereit? Das Gefahrenpotenzial verschiedener Drogen Schau dir mal die Arbeit von Prof. David Nutt an\u2026 wer ist David Nutt? Ich zitiere mal den Eintrag auf Wikipedia: \u00abDavid John Nutt&nbsp;ist ein britischer Psychiater und&nbsp;Psychopharmakologe&nbsp;und bekannt durch seine wissenschaftlich fundierten, aber&nbsp;drogenpolitisch&nbsp;umstrittenen Aussagen zu&nbsp;k\u00f6rperlichen und psychischen Folgen von Drogen.\u00bb Aha\u2026 wissenschaftlich fundierte, aber drogenpolitisch umstrittenen Aussagen. Also\u2026 wie jetzt\u2026 die wissenschaftlich fundierten Aussagen sind politisch umstritten\u2026?!? Wollen die mir jetzt sagen, dass die Drogenpolitik gar nicht zwingend wissenschaftlich fundiert ist? Nein, ist sie definitiv nicht! Auf Wikipedia findet sich eine wunderbare Grafik, in der er das Gefahrenpotenzial verschiedener Drogen darstellt. Ich lasse das Bild f\u00fcr sich sprechen\u2026 Alkohol ist auf Platz eins! Spitzenreiter! T\u00f6tet die meisten seiner Konsumenten. Schlimmer als Heroin, Crack, Meth, Koks und Tabak\u2026 Tabak nimmt f\u00fcr sich Platz 6 in Anspruch! Nochmals: WISSENSCHAFTLICH fundiert, aber drogenPOLITISCH umstritten. Wollt ihr mich eigentlich verarschen?!?!?! Wieso sind Ecstasy und LSD\u2026 Substanzen die sogar therapeutisches Potenzial haben, verboten, w\u00e4hrend Alkohol, die t\u00f6dlichste aller Drogen (die \u00fcbrigens als einzige nicht physiologisch wirkt, also nicht an einen Rezeptor andockt, sondern den Rausch einzig durch Vergiftung herbeif\u00fchrt) legal in jedem verdammten Supermarkt erh\u00e4ltlich\u2026 sogar an Tankstellen\u2026!?!? Unsere Drogenpolitik ist ein einziger Witz. Ich kann es nicht anders ausdr\u00fccken. \u00dcbrigens, diese Grafik findest du im Artikel zu Alkohol bei Wikipedia selbstverst\u00e4ndlich nicht. Im Artikel zu MDMA (Ecstasy) ist sie abgebildet. Ich lasse dich diesen Abschnitt selbst zu Ende denken. \u00dcber die Hintergr\u00fcnde&#8230; den Ursprung der aktuellen Drogenpolitik k\u00f6nnen wir ein andermal sprechen. Nochmals Dr. Gabor Mat\u00e9 Sinngem\u00e4ss zitiert und massiv abgek\u00fcrzt aus \u00abVom Mythos des Normalen\u00bb\u2026 Wenn ein an sich gesunder Organismus in einem Labor in seiner Kultur (biochemische N\u00e4hrl\u00f6sung zur F\u00f6rderung der Entwicklung diese Organismus) nicht gedeiht, kommt kaum jemand auf die Idee, dass das am Organismus selbst liegt. Der Fehler wird eher in der Kultur gesucht. Gedeiht eine Pflanze nicht, suchen wir das Problem eher im Boden und in der Bew\u00e4sserung (in der Kultur). Wird ein Tier krank, schauen wir, ob es die richtige Nahrung kriegt und ob das Umfeld stimmt. Beim Menschen handhaben wir das irgendwie anders. Je \u00abentwickelter\u00bb eine Gesellschaft (eine Kultur) ist, desto kr\u00e4nker sind die darin lebenden Menschen. Und hier geht es nicht nur um Fettleibigkeit, Herz-Kreislaufproblematiken und Diabetes\u2026 Psychische Erkrankungen wie Angstst\u00f6rungen und Depressionen sind die am rasantesten zunehmenden Diagnosen. Vielleicht sollten wir doch eher mal unsere Kultur hinterfragen\u2026 und nicht den (s\u00fcchtigen) Menschen an sich&#8230; und Sucht eher als ein Symptom betrachten\u2026 Vielleicht&#8230; nur ganz vielleicht&#8230; Und nochmals ich\u2026 mein Fazit Sucht kann verschiedene Formen annehmen und eine F\u00fclle von Substanzen aber auch Verhaltensweisen k\u00f6nnen die Funktion einer \u00abDroge\u00bb haben. So auch Sport\u2026 f\u00fcr mich\u2026 und ich kann nur f\u00fcr mich reden\u2026 schreiben\u2026 denn nur, was ich selbst erlebt habe, kann ich wirklich wissen\u2026 f\u00fcr mich hatte der Sport genau die Funktion einer Droge und ich habe mich damit fast kaputt gemacht. Und so kann ein Mensch sein Leben lang s\u00fcchtig sein und dennoch \u00abgut\u00bb leben\u2026 w\u00e4hrend ein anderer Mensch an seiner Sucht zu Grunde geht. Der Grat ist schmal. 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Die mich von meinen Gef\u00fchlen trennt und meine Ent-Wicklung behindert\u2026 w\u00e4hrend MDMA mir die T\u00fcre ge\u00f6ffnet hat\u2026 mir erm\u00f6glicht hat, kurz aus dem goldenen K\u00e4fig herauszutreten und zu sehen, was da ist&#8230; wer ich sein kann, wenn ich frei von allem, von mir selbst bin\u2026 und zu erkennen, was meinen goldenen K\u00e4fig erbaut hat\u2026 und dann kam LSD und hat den K\u00e4fig einfach zerst\u00f6rt\u2026 und so den Weg zu meinem wahren, authentischen Sein freigemacht.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=270\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Goldener K\u00e4fig, offenes Zelt\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-10-02T19:44:55+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-11-30T11:09:40+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"simonpct\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Written by\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"simonpct\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Est. reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"9 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/offeneszelt.com\\\/?p=270#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/offeneszelt.com\\\/?p=270\"},\"author\":{\"name\":\"simonpct\",\"@id\":\"http:\\\/\\\/offeneszelt.com\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/44d3db86ab2f5568abf02939a1250450\"},\"headline\":\"Meine Suchtgeschichte \u2013 Teil 3\",\"datePublished\":\"2025-10-02T19:44:55+00:00\",\"dateModified\":\"2025-11-30T11:09:40+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/offeneszelt.com\\\/?p=270\"},\"wordCount\":2040,\"commentCount\":1,\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/offeneszelt.com\\\/?p=270#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/offeneszelt.com\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025\\\/10\\\/Drogen-schadenspotenzial-nutt-2010.svg\",\"articleSection\":[\"Sucht - 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Um meine Suchtgeschichte geht es hier weniger&#8230; Ich vertrete eine sehr eigene Meinung zu Drogen und vor allem dazu, wie wir als Gesellschaft damit umgehen und ecke damit oft an \u2013 aber das tue ich sehr gerne. Ich bin immer wieder erstaunt und fast etwas erschrocken, wie wenige Menschen sich wirklich mit diesem Thema auseinandersetzen. Auseinandersetzen wollen&#8230; Wie wenige die rote Pille w\u00e4hlen. Ich bin klar der Meinung, dass wir gerade mit unserer Leistungsgesellschaft und unserer besitz- und statusorientierten Lebensweise (und daraus resultierenden \u00abAnforderungen\u00bb an Kinder\u2026 Menschen\u2026) den N\u00e4hrboden f\u00fcr S\u00fcchte schaffen und unsere Drogenpolitik sowie die Tabuisierung eine sinnvolle Pr\u00e4vention eher erschweren als f\u00f6rdern. Ich gehe sehr offen damit um, was ich konsumiere\u2026 aber auch nicht unkritisch und man darf niemals alle Substanzen in denselben Topf schmeissen. Es gibt immense Unterschiede. Und das Beste finde ich, dass die legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin &#8211; erwiesenermassen und durch Studien belegt &#8211; zu den gef\u00e4hrlichsten Substanzen \u00fcberhaupt geh\u00f6ren. Wenn ich dann in Gespr\u00e4chen mit beispielsweise Arbeitskollegen, die gerade stolz mit ihrem Alkoholkonsum vom vergangenen Wochenende prahlen, einwerfe, man m\u00f6ge sich mal vorstellen, besagte Person w\u00fcrde von Kokain oder Ecstasy sprechen, herrscht immer augenblicklich so eine witzige, betretene Stille. Aber mal von vorne&#8230; Was ist eigentlich eine Droge? Ich habe vor einiger Zeit das Buch \u00abRausch\u00bb von Gernot R\u00fccker gelesen. Und seine Definition hat mich \u00fcberzeugt. Sinngem\u00e4ss bezeichnet er als Droge \u00abeine Substanz, die den Gem\u00fcts- oder Geisteszustand in eine gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndert\u00bb. Somit kann der Begriff \u00abDroge\u00bb sehr weit gefasst werden. Wenn im Allgemeinen von Drogen geredet wird, verstehen die meisten Menschen darunter die illegalen Substanzen. Ich verstehe darunter auch Alkohol, Nikotin, Koffein\u2026 diverse Arzneimittel wie Aufputschmittel, Beruhigungsmittel und auch Psychopharmaka erf\u00fcllen eigentlich auch dieselbe Funktion wie illegale Drogen\u2026 oder umgekehrt. Der einzige Unterschied ist, dass die einen Ihre Substanzen von einem Arzt verschrieben erhalten und sie von der Allgemeinheit finanzieren lassen und die Anderen sie auf illegalem Wege beschaffen \u2013 und somit weniger gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Doch das ist auch gerade alles was sie unterscheidet. Alle Konsumenten dieser Substanzen tun dies im Endeffekt, um sich gut zu f\u00fchlen, um funktionieren zu k\u00f6nnen, um mit Traumata oder sonstigen psychischen Lasten klarzukommen. Gehen wir noch einen Schritt weiter \u2013 auch in Anlehnung an Gernot R\u00fccker \u2013 kennst du die Szene mit dem Elternteil und dem kleinen Kind, das quengelt und schreit, weil es nicht kriegt was es will\u2026 und dann kriegt es etwas Schokolade und schon ist Ruhe im Karton. Es gibt ja die ganz wilden Theoretiker, die die Auswirkungen von Schokolade, resp. von Zucker auf das Dopaminsystem mit der von Kokain vergleichen. Kann ich nicht beurteilen, aber hier wird eindeutig dem Kind eine Substanz verabreicht, die dessen Gem\u00fctszustand in eine gew\u00fcnschte Richtung ver\u00e4ndert. Du machst Sport, um dich gut zu f\u00fchlen\u2026 um dich zu beruhigen\u2026 um nach einem stressigen Arbeitstag runterzukommen\u2026 ok, heisses Eisen, den Sport mit einer Droge gleichzusetzen. Aber der Sport kann eindeutig dieselbe Funktion erf\u00fcllen. Er kann Sinn im Leben stiften, Ablenken, beruhigen&#8230; Nach dieser Definition gibt es also sehr viele Drogen. Wir k\u00f6nnen auch einfach aufh\u00f6ren, den Begriff \u00abDroge\u00bb negativ zu werten. Uns wird beigebracht, dass Drogen etwas Schlechtes sind\u2026 m\u00fcssen sie das sein? Oder betrachten wir sie einfach negativ, weil wir Drogen mit Problemen gleichsetzen? Was war zuerst, das Problem oder die Droge? \u2026vielleicht hilft der n\u00e4chste Abschnitt weiter\u2026 Was ist Sucht? Das eine ist die Substanz, das andere die Sucht danach. Was ist genau eine Sucht? Hier bediene ich mich gerne der Definition des Suchtbegriffs von Dr. Gabor Mat\u00e9. Er bezeichnet Sucht als \u00abeine Verhaltensweise, die man weiterf\u00fchrt, die man nicht lassen kann und will, obwohl sie den Betroffenen selbst und\/oder sein Umfeld sch\u00e4digt\u00bb. Ok, nun k\u00f6nnen wir Sport definitiv in die Reihe der Drogen aufnehmen. Wie viele Sportler stellen ihren Sport \u00fcber das Wohl ihrer Familie\u2026 machen mit dem Sport weiter, obwohl sie verletzt sind? Und so kann man andererseits auch regelm\u00e4ssig illegale Substanzen konsumieren und dennoch nicht s\u00fcchtig danach sein\u2026 und zum anderen kann man gesellschaftlich v\u00f6llig akzeptierten T\u00e4tigkeiten nachgehen und sich sowie sein Umfeld damit massiv sch\u00e4digen\u2026 Workaholic? Kaufsucht? Sportsucht? Wenn man das mal so ansieht, wird das Thema ziemlich spannend, nicht!? Gehen wir zur\u00fcck zum Kind, das Schokolade kriegt, um sich zu beruhigen. Ob das Kind so wohl lernt, mit negativen Emotionen umzugehen? Suchtpers\u00f6nlichkeit\u2026Suchtgehirn? Wieso werden denn nun einige Menschen s\u00fcchtig und andere nicht? Schon in meiner Zeit als jugendlicher Kiffer sagte ich immer \u00abOb jemand von einer Substanz abh\u00e4ngig wird, liegt nicht an der Substanz, sondern an der Person an sich, an den Gr\u00fcnden wieso diese Person eine Substanz konsumiert.\u00bb \u2026es war das, was ich in meinem Umfeld wahrnehmen konnte. Ich habe viele Menschen gesehen, die mal eine Weile eine Substanz konsumiert haben und dann einfach wieder aufgeh\u00f6rt haben\u2026 andere h\u00f6rten nicht mehr auf\u2026 begannen irgendwann andere Substanzen zu nehmen. Ich wusste damals noch nicht, wie recht ich haben sollte. Doch ich verlernte irgendwann, meiner Wahrnehmung und Intuition zu vertrauen. Die anderen mussten es besser wissen. Im Buch \u00abIm Reich der hungrigen Geister\u00bb von Dr. Gabor Mat\u00e9 hat sich mein damaliges Verst\u00e4ndnis von Sucht best\u00e4tigt\u2026 und erweitert. An einer Stelle erw\u00e4hnt er, dass eine sehr grosse Anzahl der US-Soldaten, die im Vietnamkrieg dienten, dort Heroin konsumierten\u2026 und dass 95 oder 98% davon, nach der R\u00fcckkehr aus dem Krieg einfach so, ohne Therapie oder sonst etwas, wieder aufgeh\u00f6rt haben. Es war nicht die Substanz, es waren die Lebensumst\u00e4nde, die diese Soldaten haben zur Droge greifen lassen. Und sobald die Situation wieder \u00abnormal\u00bb war, sie also aus dem Krieg zur\u00fcck waren, ben\u00f6tigten sie die Substanz nicht mehr. \u2026der Grund daf\u00fcr, dass jemand s\u00fcchtig wird, liegt laut Gabor Mat\u00e9 in der Pers\u00f6nlichkeit begr\u00fcndet. Die Substanz tut dann ihren Teil dazu, sie ver\u00e4ndert das Gehirn\u2026 die Impulskontrolle wird schw\u00e4cher und schw\u00e4cher\u2026 nachhaltig. Und so findet dann jede \u00abSuchtpers\u00f6nlichkeit\u00bb ihre Substanz, die sie nicht mehr losl\u00e4sst. Also ja, die Substanz kann sicher S\u00fcchtig machen. Doch der Ursprung ist nicht die Substanz, sondern die Pers\u00f6nlichkeit. Und darum greifen Drogenpr\u00e4vention und Drogenentzug fast immer zu kurz. Der reine Drogenentzug ist eigentlich nur eine Symptombek\u00e4mpfung. Und wenn ein Drogenentzug \u00aberfolgreich\u00bb ist, geschieht einfach meist eine Suchtverlagerung\u2026 man muss beim Ursprung ansetzen. Bei der Pers\u00f6nlichkeit\u2026 bei dem, was die Pers\u00f6nlichkeit geformt hat. Pr\u00e4vention vs. Verbot F\u00fcr mich ist hier die Gretchenfrage immer; macht es die Situation wirklich besser, dass Drogen verboten sind? Ich bin der Meinung, dass die Verbote kontraproduktiv sind. Das aus folgenden Gr\u00fcnden: Und so weiter\u2026 ich k\u00f6nnte die Liste noch weiterf\u00fchren. Aber wir sind hier auf einem Blog und dieser Artikel ist schon jetzt gigantisch. Ich bin ganz klar der Meinung, dass die Kriminalisierung mehr Probleme schafft, als sie l\u00f6st. Und wenn wir uns noch anschauen, was der Krieg gegen die Drogen an finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen bindet, muss man sich definitiv Fragen, ob das sinnvoll ist. Und nun kommt mein liebster Teil\u2026 das Gefahrenpotenzial der einzelnen Rauschdrogen. Bist du bereit? Das Gefahrenpotenzial verschiedener Drogen Schau dir mal die Arbeit von Prof. David Nutt an\u2026 wer ist David Nutt? Ich zitiere mal den Eintrag auf Wikipedia: \u00abDavid John Nutt&nbsp;ist ein britischer Psychiater und&nbsp;Psychopharmakologe&nbsp;und bekannt durch seine wissenschaftlich fundierten, aber&nbsp;drogenpolitisch&nbsp;umstrittenen Aussagen zu&nbsp;k\u00f6rperlichen und psychischen Folgen von Drogen.\u00bb Aha\u2026 wissenschaftlich fundierte, aber drogenpolitisch umstrittenen Aussagen. Also\u2026 wie jetzt\u2026 die wissenschaftlich fundierten Aussagen sind politisch umstritten\u2026?!? Wollen die mir jetzt sagen, dass die Drogenpolitik gar nicht zwingend wissenschaftlich fundiert ist? Nein, ist sie definitiv nicht! Auf Wikipedia findet sich eine wunderbare Grafik, in der er das Gefahrenpotenzial verschiedener Drogen darstellt. Ich lasse das Bild f\u00fcr sich sprechen\u2026 Alkohol ist auf Platz eins! Spitzenreiter! T\u00f6tet die meisten seiner Konsumenten. Schlimmer als Heroin, Crack, Meth, Koks und Tabak\u2026 Tabak nimmt f\u00fcr sich Platz 6 in Anspruch! Nochmals: WISSENSCHAFTLICH fundiert, aber drogenPOLITISCH umstritten. Wollt ihr mich eigentlich verarschen?!?!?! Wieso sind Ecstasy und LSD\u2026 Substanzen die sogar therapeutisches Potenzial haben, verboten, w\u00e4hrend Alkohol, die t\u00f6dlichste aller Drogen (die \u00fcbrigens als einzige nicht physiologisch wirkt, also nicht an einen Rezeptor andockt, sondern den Rausch einzig durch Vergiftung herbeif\u00fchrt) legal in jedem verdammten Supermarkt erh\u00e4ltlich\u2026 sogar an Tankstellen\u2026!?!? Unsere Drogenpolitik ist ein einziger Witz. Ich kann es nicht anders ausdr\u00fccken. \u00dcbrigens, diese Grafik findest du im Artikel zu Alkohol bei Wikipedia selbstverst\u00e4ndlich nicht. Im Artikel zu MDMA (Ecstasy) ist sie abgebildet. Ich lasse dich diesen Abschnitt selbst zu Ende denken. \u00dcber die Hintergr\u00fcnde&#8230; den Ursprung der aktuellen Drogenpolitik k\u00f6nnen wir ein andermal sprechen. Nochmals Dr. Gabor Mat\u00e9 Sinngem\u00e4ss zitiert und massiv abgek\u00fcrzt aus \u00abVom Mythos des Normalen\u00bb\u2026 Wenn ein an sich gesunder Organismus in einem Labor in seiner Kultur (biochemische N\u00e4hrl\u00f6sung zur F\u00f6rderung der Entwicklung diese Organismus) nicht gedeiht, kommt kaum jemand auf die Idee, dass das am Organismus selbst liegt. Der Fehler wird eher in der Kultur gesucht. Gedeiht eine Pflanze nicht, suchen wir das Problem eher im Boden und in der Bew\u00e4sserung (in der Kultur). Wird ein Tier krank, schauen wir, ob es die richtige Nahrung kriegt und ob das Umfeld stimmt. Beim Menschen handhaben wir das irgendwie anders. Je \u00abentwickelter\u00bb eine Gesellschaft (eine Kultur) ist, desto kr\u00e4nker sind die darin lebenden Menschen. Und hier geht es nicht nur um Fettleibigkeit, Herz-Kreislaufproblematiken und Diabetes\u2026 Psychische Erkrankungen wie Angstst\u00f6rungen und Depressionen sind die am rasantesten zunehmenden Diagnosen. Vielleicht sollten wir doch eher mal unsere Kultur hinterfragen\u2026 und nicht den (s\u00fcchtigen) Menschen an sich&#8230; und Sucht eher als ein Symptom betrachten\u2026 Vielleicht&#8230; nur ganz vielleicht&#8230; Und nochmals ich\u2026 mein Fazit Sucht kann verschiedene Formen annehmen und eine F\u00fclle von Substanzen aber auch Verhaltensweisen k\u00f6nnen die Funktion einer \u00abDroge\u00bb haben. So auch Sport\u2026 f\u00fcr mich\u2026 und ich kann nur f\u00fcr mich reden\u2026 schreiben\u2026 denn nur, was ich selbst erlebt habe, kann ich wirklich wissen\u2026 f\u00fcr mich hatte der Sport genau die Funktion einer Droge und ich habe mich damit fast kaputt gemacht. Und so kann ein Mensch sein Leben lang s\u00fcchtig sein und dennoch \u00abgut\u00bb leben\u2026 w\u00e4hrend ein anderer Mensch an seiner Sucht zu Grunde geht. Der Grat ist schmal. Genau wie verschiedene Dinge die Funktion einer Droge haben k\u00f6nnen, haben unterschiedliche Substanzen eine v\u00f6llig unterschiedliche Wirkung. Bei mir ist klar THC die gef\u00e4hrliche Droge, diejenige nach der ich s\u00fcchtig bin und die mich gefangen h\u00e4lt in meinem alten Ich. Die mich von meinen Gef\u00fchlen trennt und meine Ent-Wicklung behindert\u2026 w\u00e4hrend MDMA mir die T\u00fcre ge\u00f6ffnet hat\u2026 mir erm\u00f6glicht hat, kurz aus dem goldenen K\u00e4fig herauszutreten und zu sehen, was da ist&#8230; wer ich sein kann, wenn ich frei von allem, von mir selbst bin\u2026 und zu erkennen, was meinen goldenen K\u00e4fig erbaut hat\u2026 und dann kam LSD und hat den K\u00e4fig einfach zerst\u00f6rt\u2026 und so den Weg zu meinem wahren, authentischen Sein freigemacht.","og_url":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=270","og_site_name":"Goldener K\u00e4fig, offenes Zelt","article_published_time":"2025-10-02T19:44:55+00:00","article_modified_time":"2025-11-30T11:09:40+00:00","author":"simonpct","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Written by":"simonpct","Est. reading time":"9 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=270#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=270"},"author":{"name":"simonpct","@id":"http:\/\/offeneszelt.com\/#\/schema\/person\/44d3db86ab2f5568abf02939a1250450"},"headline":"Meine Suchtgeschichte \u2013 Teil 3","datePublished":"2025-10-02T19:44:55+00:00","dateModified":"2025-11-30T11:09:40+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=270"},"wordCount":2040,"commentCount":1,"image":{"@id":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=270#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Drogen-schadenspotenzial-nutt-2010.svg","articleSection":["Sucht - 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