{"id":190,"date":"2025-08-23T08:31:41","date_gmt":"2025-08-23T08:31:41","guid":{"rendered":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=190"},"modified":"2025-10-27T08:48:17","modified_gmt":"2025-10-27T08:48:17","slug":"trust-the-process","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/offeneszelt.com\/?p=190","title":{"rendered":"Trust the Process\u2026"},"content":{"rendered":"\n<p>oder anders gefragt: How many times will you learn the same lesson?<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Blog hat bereits etwas bewirkt. Als ich damit anfing, lag ich gerade krank im Bett und hatte endlich Zeit, in mich hineinzuh\u00f6ren. Davor hatte ich viereinhalb Monate kein THC konsumiert und auch keine Zigaretten geraucht. Daf\u00fcr war mein Sportler-Ego in seiner vollen Bl\u00fcte. Jedes Wochenende war ich in den Bergen, oft am Joggen, Krafttraining\u2026 Kletterhalle. Dass ich eigentlich bereits seit Februar \u00fcberlastet war, blendete ich aus. Ein- und Durchschlafprobleme? D\u00fcnnh\u00e4utigkeit? Erh\u00f6hte Ruheherzfrequenz auch nur nach kurzen Anstrengungen? Die Zeichen k\u00f6nnten klarer nicht sein&#8230; aber\u2026 eingestehen will ich mir das jeweils nicht, das Training muss weitergehen\u2026 Der K\u00f6rper zwingt mich dann mittels einer Krankheit oder Verletzung dazu, mal in mich hineinzuh\u00f6ren. Immer! \u2026ob ich dann verstehe, das steht auf einem anderen Blatt. An dem Punkt hatte ich noch gar nicht verstanden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Doch kaum hatte ich mit diesem Blog angefangen\u2026 Einen neuen Weg eingeschlagen\u2026 Etwas angefangen, das Potenzial hatte, zu etwas spannendem zu werden, etwas wobei ich richtig enthusiastisch und begeistert war\u2026 passierte das, was immer wieder in solchen Momenten passiert. Das Ego, das Ich, die Pers\u00f6nlichkeitsstruktur\u2026 die m\u00f6gen keine Ver\u00e4nderungen. Die haben Angst davor. Und wie immer, wenn ich Angst habe (nicht, dass mir das in dem Moment bewusst gewesen w\u00e4re), tat ich, was ich in solchen Momenten immer tue. Den einen besten Freund anrufen und Gras holen gehen. Das ist der sichere Weg, jegliche Ver\u00e4nderungen in mir zu unterbinden. Ich weiss nicht mehr, welche es war, aber ich hatte auch eine grossartige Begr\u00fcndung gefunden, wieso ich jetzt \u00abmal wieder EINEN Joint\u00bb rauchen will\u2026 und sollte. Ist immer so, man findet einen Grund. Aber der hat nichts mit dem wahren Beweggrund zu tun, der liegt im Verborgenen. Das war vor drei Monaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dennoch, der Blog war er\u00f6ffnet, das Insta-Profil da\u2026 und als ich dann bekifft war, kamen sie alle, die \u00c4ngste, die Zweifel. Wen sollte dieser Blog interessieren? Du gibst dir eine Bl\u00f6sse, mit der du dich von allen Seiten angreifbar machst! \u2026und so war dieser Blog da, mit dem ersten und letzten Post irgendwann im Mai\u2026 jetzt ist der 19. August\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch, ich weiss, das Leben macht keine Fehler. Nie! Wir\u2026 also unser Verstand\u2026 begreift das meist erst sp\u00e4ter irgendwann. In dieser Zeit, von Mitte Mai bis jetzt, ist extrem viel passiert. Und das h\u00e4tte ich wohl alles nicht wahrgenommen oder verstanden, wenn ich total in meinem Sportler-Ego gewesen w\u00e4re\u2026 oder h\u00e4tte anders auf gewisse Ereignisse reagiert\u2026 denn auf den wirklichen Weckruf h\u00e4tte ich, w\u00e4re ich noch total mit meinem Sportler-Ego identifiziert gewesen, falsch reagiert. was war denn dieser wirkliche Weckruf?<\/p>\n\n\n\n<p>Timo und ich waren in der Kletterhalle, er hatte kaum die Kraft, sich an den Griffen zu halten. Wir setzten uns mitten in der Halle auf den Boden\u2026 ich fragte Timo, ob er denn das Gef\u00fchl hat, die geplante Tour aufs Bl\u00fcemlisalphorn in zwei Wochen, zu schaffen. Er sagte er k\u00f6nne es sich eigentlich gar nicht vorstellen und er hatte fast Angst mir das zu sagen, da es eben mein Traumberg ist. Er erkl\u00e4rte mir auch, dass er oft traurig ist ohne erkenntlichen Grund und oft einfach nur noch schlafen will. Und mir wurde klar, dass es einfach zu viel ist f\u00fcr ihn (und f\u00fcr mich auch)\u2026 das nahende Ende der obligatorischen Schulzeit und der Beginn der Berufslehre, die vielen Bergtouren und so weiter\u2026 ich kontaktierte Julian, den Bergf\u00fchrer, mit dem wir die Tour geplant hatten. Wir legten das Projekt mal auf Eis und beschlossen mal die n\u00e4chste Woche abzuwarten und evtl. eine Alternative zu suchen. Timos Stimmung verbesserte sich in den folgenden Stunden und Tagen extrem. Schlussendlich beschlossen wir dann, mit Julian den M\u00f6nch (4107m) zu besteigen, was zwar auch keine leichte Tour war, aber kurz und spannend\u2026 Mir wurde klar, dass erstens Timo Zeit und Raum braucht und zweitens, dass ich es in meinem Sportler-Ego total \u00fcbertrieben hatte und es uns fast beiden madig gemacht habe\u2026<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG-20250613-WA0079-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-191\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG-20250613-WA0079-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG-20250613-WA0079-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG-20250613-WA0079-768x576.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG-20250613-WA0079-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG-20250613-WA0079-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG-20250613-WA0079-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Die Tour war der Wahnsinn, Wetter perfekt, Verh\u00e4ltnisse grandios (viel Schnee, dadurch etwas spannender). Konditionell und technisch kein Problem, aber ohne Bergf\u00fchrer h\u00e4tten wir diese Tour nicht gemacht. Wir kehrten gl\u00fccklich und ersch\u00f6pft von der Bergtour zur\u00fcck. Timo war so happy wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt hatte. Und das an einem Freitag, dem 13. Juni 2025. Am Samstagabend war Timo bei seiner Mutter zum Essen\u2026 Lily und ich hatten etwas Nasenkaffee genommen, waren angeregt am Diskutieren, die Stimmung war grossartig\u2026 da kam Timo nach Hause und gesellte sich zu uns in den Garten. Da geschah es\u2026 auf einmal r\u00fcckte Timo damit hervor, dass es etwas gibt das er uns schon lange sagen will, sich aber bisher nicht getraut hat. Wof\u00fcr er sich etwas sch\u00e4mt. Er hat einen Traum. Seit Jahren hat er diesen Traum schon. Er hat uns das in Textform er\u00f6ffnet, in einem Text, den er auf seinem Computer geschrieben hatte. Ein grossartiger Text. Ich wusste, dass er je l\u00e4nger je mehr ein Gesp\u00fcr und auch Freude f\u00fcr die Sprache entwickelt. Doch dieser Text war wahnsinnig gut geschrieben. Und darin stand auch, dass meine Idee mit diesem Blog und meine Vision ihn dazu inspiriert haben. Inspiriert dazu, seine Tr\u00e4ume zu leben. Dazu zu stehen. \u00dcber die damit verbundenen \u00c4ngste und Unsicherheiten zu sprechen. Der Blog hatte damit schon das h\u00f6chste m\u00f6gliche Ziel erreicht. Nach einem Blogpost. Ich klopfe mir auf die Schulter\u2026 und Timo er\u00f6ffnet mir, dass das Bergsteigen f\u00fcr ihn etwas an Stellenwert verloren hat. Und ich fand das einfach nur ok.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stimmung im Haus verbesserte sich, Timo genoss den Abschluss seiner obligatorischen Schulzeit mit seinen Freunden, wir verbrachten wundersch\u00f6ne Ferien in Rimini. Und als wir von Rimini zur\u00fcckkehrten, kam von Lilys Eltern die Nachricht, dass Lilys Eigentumswohnung wieder frei wird. Die Wohnung geh\u00f6rt Lily, ihre Eltern haben aber noch Wohnrecht und somit obliegt ihnen Nutzen und Schaden aus dieser Wohnung. Diese Wohnung w\u00fcrde uns rund CHF 2500 im Monat weniger kosten als unser aktuelles Haus, das wir ohnehin verlassen wollen&#8230; Zum einen weil wir Pl\u00e4ne haben (PCT und so), die gr\u00f6ssere Einsparungen notwendig machen \u2013 ich aber nicht mehr arbeiten oder meinen Lebensstandard einschr\u00e4nken will\u2026 und uns zum Anderen der Aufwand, den dieses Riesenhaus mit sich bringt, verleidet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00f6nnte also sowohl das notwendige Geld f\u00fcr meine Reise und alles drum herum ansparen, ohne meinen Lebensstil einzuschr\u00e4nken und ohne mein Arbeitspensum wieder zu erh\u00f6hen UND dazu k\u00f6nnte ich sogar Timos Traum finanziell unterst\u00fctzen\u2026 und das nicht zu knapp. Und f\u00fcr Lily w\u00e4re der Schritt auch super, da sie so in ihrer Selbstst\u00e4ndigkeit weniger Druck h\u00e4tte. Leider ist die Wohnung an einem Ort, an dem man nicht unbedingt wohnen will. Trotzdem, wir haben uns daf\u00fcr entschieden. Es war kein leichter Entscheid, aber wir freuen uns darauf, weil wir Freiheit gewinnen. Und auch Timo sieht f\u00fcr sich den Nutzen, auch wenn er traurig ist weil er seine Freunde weniger spontan treffen k\u00f6nnen wird. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"769\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250809_1454462461-1024x769.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-192\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250809_1454462461-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250809_1454462461-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250809_1454462461-768x577.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250809_1454462461-1536x1154.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250809_1454462461-2048x1538.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250809_1454462461-1140x856.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Vorletztes Wochenende war die Streetparade, eigentlich das Jahreshighlight f\u00fcr Lily und mich. Wir verbringen immer das ganze Wochenende von Freitag bis Sonntag in Z\u00fcrich. Gehen gut essen, ziehen durch die Bars und am Samstag tanzen wir vom Start der Parade um Mittag bis in die fr\u00fchen Morgenstunden, zum Schluss im Club, durch. Und es WAR das Jahreshighlight, der emotionale Klimax, ein Befreiungsschlag, ein Auftauchen aus dem Schlaf. Und ich hatte keinen Bock mehr zu rauchen\u2026 oder zu kiffen\u2026 Schon in den Wochen davor h\u00f6rte ich immer wieder auf zu rauchen und zu kiffen\u2026 nur um sogleich wieder damit anzufangen. Drei Monate war ich dem Zeug wieder ausgeliefert. Doch was ich r\u00fcckblickend feststellen musste; es war richtig so!<\/p>\n\n\n\n<p>Ok, das braucht jetzt eine Erkl\u00e4rung\u2026 was hat das Kiffen mit mir gemacht? Es hat mich ruhiger gemacht\u2026 es hat mich passiver gemacht\u2026 tr\u00e4ger, ja fast lethargisch. Tut es immer. Heisst; ich jage weder Partys hinterher, noch verrenne ich mich in sexuellen Spielereien, die jeweils meine Pers\u00f6nlichkeit bestimmen\u2026 und ich fange auch nicht an, mich mit dem Sport zu identifizieren. Und insgesamt werde ich \u2013 emotional \u2013 durchl\u00e4ssiger, weicher, verst\u00e4ndnisvoller\u2026 sowohl mir selbst gegen\u00fcber als auch den Menschen in meinem Umfeld gegen\u00fcber. Es schaffte also gewissermassen Raum\u2026 so doof es auch klingen mag&#8230; Raum f\u00fcr alles, was Raum brauchte, f\u00fcr das was erkannt, angeschaut und verstanden werden wollte. Das Streetparade-Wochenende war der H\u00f6hepunkt, das Feuerwerk, das alle Ketten und Mauern sprengte. Nach der Parade hatten wir noch Gras \u00fcbrig, das rauchten wir noch und die Zigaretten begleiteten mich noch bis Dienstag, die waren noch etwas verbunden mit den sch\u00f6nen Erinnerungen ans Wochenende. Doch schon im Laufe des Dienstags wurde mir klar, dass ich sogleich aufh\u00f6ren w\u00fcrde. Mein Bed\u00fcrfnis zu rauchen oder zu kiffen war wie weggeblasen. Ich brauchte es nicht mehr und liess es einfach sein. Keine Lust darauf, kein Verlangen\u2026 aber auch keine Nervosit\u00e4t, keine Reizbarkeit, kein Craving. Tiefenentspannt und zufrieden. Das ist jetzt 11 Tage her. Gestern waren wir in der Stadt und haben nicht wenig getrunken \u2013 DER Trigger f\u00fcr die Rauchlust\u2026 aber\u2026 kein Gedanke daran. Und die Lust zu schreiben ist zur\u00fcck und mit ihr tausend Ideen f\u00fcr neue Texte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lektion: Das Leben macht keine Fehler! Nie!<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026und wenn man mal aufh\u00f6rt die innere Leere krampfhaft zu f\u00fcllen in dem man irgendwelchen Zielen oder Idealen hinterherrennt\u2026 oder das Gef\u00fchl hat dies oder das oder so und so sein zu m\u00fcssen\u2026 wenn man diese Leere einfach mal zul\u00e4sst\u2026 erkennt man, dass diese Leere eigentlich Raum ist, Raum, in dem so vieles m\u00f6glich ist. Raum, in dem alles Platz hat\u2026 Und aus Bed\u00fcrfnissen werden Vorlieben. Leicht, spielerisch, genussvoll\u2026<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"769\" src=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250630_0541161261-1024x769.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-194\" srcset=\"https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250630_0541161261-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250630_0541161261-300x225.jpg 300w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250630_0541161261-768x577.jpg 768w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250630_0541161261-1536x1154.jpg 1536w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250630_0541161261-2048x1538.jpg 2048w, https:\/\/offeneszelt.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250630_0541161261-1140x856.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder anders gefragt: How many times will you learn the same lesson? 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Aber der hat nichts mit dem wahren Beweggrund zu tun, der liegt im Verborgenen. Das war vor drei Monaten. Aber dennoch, der Blog war er\u00f6ffnet, das Insta-Profil da\u2026 und als ich dann bekifft war, kamen sie alle, die \u00c4ngste, die Zweifel. Wen sollte dieser Blog interessieren? Du gibst dir eine Bl\u00f6sse, mit der du dich von allen Seiten angreifbar machst! \u2026und so war dieser Blog da, mit dem ersten und letzten Post irgendwann im Mai\u2026 jetzt ist der 19. August\u2026 Und doch, ich weiss, das Leben macht keine Fehler. Nie! Wir\u2026 also unser Verstand\u2026 begreift das meist erst sp\u00e4ter irgendwann. In dieser Zeit, von Mitte Mai bis jetzt, ist extrem viel passiert. Und das h\u00e4tte ich wohl alles nicht wahrgenommen oder verstanden, wenn ich total in meinem Sportler-Ego gewesen w\u00e4re\u2026 oder h\u00e4tte anders auf gewisse Ereignisse reagiert\u2026 denn auf den wirklichen Weckruf h\u00e4tte ich, w\u00e4re ich noch total mit meinem Sportler-Ego identifiziert gewesen, falsch reagiert. was war denn dieser wirkliche Weckruf? Timo und ich waren in der Kletterhalle, er hatte kaum die Kraft, sich an den Griffen zu halten. Wir setzten uns mitten in der Halle auf den Boden\u2026 ich fragte Timo, ob er denn das Gef\u00fchl hat, die geplante Tour aufs Bl\u00fcemlisalphorn in zwei Wochen, zu schaffen. Er sagte er k\u00f6nne es sich eigentlich gar nicht vorstellen und er hatte fast Angst mir das zu sagen, da es eben mein Traumberg ist. Er erkl\u00e4rte mir auch, dass er oft traurig ist ohne erkenntlichen Grund und oft einfach nur noch schlafen will. Und mir wurde klar, dass es einfach zu viel ist f\u00fcr ihn (und f\u00fcr mich auch)\u2026 das nahende Ende der obligatorischen Schulzeit und der Beginn der Berufslehre, die vielen Bergtouren und so weiter\u2026 ich kontaktierte Julian, den Bergf\u00fchrer, mit dem wir die Tour geplant hatten. Wir legten das Projekt mal auf Eis und beschlossen mal die n\u00e4chste Woche abzuwarten und evtl. eine Alternative zu suchen. Timos Stimmung verbesserte sich in den folgenden Stunden und Tagen extrem. Schlussendlich beschlossen wir dann, mit Julian den M\u00f6nch (4107m) zu besteigen, was zwar auch keine leichte Tour war, aber kurz und spannend\u2026 Mir wurde klar, dass erstens Timo Zeit und Raum braucht und zweitens, dass ich es in meinem Sportler-Ego total \u00fcbertrieben hatte und es uns fast beiden madig gemacht habe\u2026 Die Tour war der Wahnsinn, Wetter perfekt, Verh\u00e4ltnisse grandios (viel Schnee, dadurch etwas spannender). Konditionell und technisch kein Problem, aber ohne Bergf\u00fchrer h\u00e4tten wir diese Tour nicht gemacht. Wir kehrten gl\u00fccklich und ersch\u00f6pft von der Bergtour zur\u00fcck. Timo war so happy wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt hatte. Und das an einem Freitag, dem 13. Juni 2025. Am Samstagabend war Timo bei seiner Mutter zum Essen\u2026 Lily und ich hatten etwas Nasenkaffee genommen, waren angeregt am Diskutieren, die Stimmung war grossartig\u2026 da kam Timo nach Hause und gesellte sich zu uns in den Garten. Da geschah es\u2026 auf einmal r\u00fcckte Timo damit hervor, dass es etwas gibt das er uns schon lange sagen will, sich aber bisher nicht getraut hat. Wof\u00fcr er sich etwas sch\u00e4mt. Er hat einen Traum. Seit Jahren hat er diesen Traum schon. Er hat uns das in Textform er\u00f6ffnet, in einem Text, den er auf seinem Computer geschrieben hatte. Ein grossartiger Text. Ich wusste, dass er je l\u00e4nger je mehr ein Gesp\u00fcr und auch Freude f\u00fcr die Sprache entwickelt. Doch dieser Text war wahnsinnig gut geschrieben. Und darin stand auch, dass meine Idee mit diesem Blog und meine Vision ihn dazu inspiriert haben. Inspiriert dazu, seine Tr\u00e4ume zu leben. Dazu zu stehen. \u00dcber die damit verbundenen \u00c4ngste und Unsicherheiten zu sprechen. Der Blog hatte damit schon das h\u00f6chste m\u00f6gliche Ziel erreicht. Nach einem Blogpost. Ich klopfe mir auf die Schulter\u2026 und Timo er\u00f6ffnet mir, dass das Bergsteigen f\u00fcr ihn etwas an Stellenwert verloren hat. Und ich fand das einfach nur ok. Die Stimmung im Haus verbesserte sich, Timo genoss den Abschluss seiner obligatorischen Schulzeit mit seinen Freunden, wir verbrachten wundersch\u00f6ne Ferien in Rimini. Und als wir von Rimini zur\u00fcckkehrten, kam von Lilys Eltern die Nachricht, dass Lilys Eigentumswohnung wieder frei wird. Die Wohnung geh\u00f6rt Lily, ihre Eltern haben aber noch Wohnrecht und somit obliegt ihnen Nutzen und Schaden aus dieser Wohnung. Diese Wohnung w\u00fcrde uns rund CHF 2500 im Monat weniger kosten als unser aktuelles Haus, das wir ohnehin verlassen wollen&#8230; Zum einen weil wir Pl\u00e4ne haben (PCT und so), die gr\u00f6ssere Einsparungen notwendig machen \u2013 ich aber nicht mehr arbeiten oder meinen Lebensstandard einschr\u00e4nken will\u2026 und uns zum Anderen der Aufwand, den dieses Riesenhaus mit sich bringt, verleidet ist. Ich k\u00f6nnte also sowohl das notwendige Geld f\u00fcr meine Reise und alles drum herum ansparen, ohne meinen Lebensstil einzuschr\u00e4nken und ohne mein Arbeitspensum wieder zu erh\u00f6hen UND dazu k\u00f6nnte ich sogar Timos Traum finanziell unterst\u00fctzen\u2026 und das nicht zu knapp. Und f\u00fcr Lily w\u00e4re der Schritt auch super, da sie so in ihrer Selbstst\u00e4ndigkeit weniger Druck h\u00e4tte. Leider ist die Wohnung an einem Ort, an dem man nicht unbedingt wohnen will. Trotzdem, wir haben uns daf\u00fcr entschieden. Es war kein leichter Entscheid, aber wir freuen uns darauf, weil wir Freiheit gewinnen. Und auch Timo sieht f\u00fcr sich den Nutzen, auch wenn er traurig ist weil er seine Freunde weniger spontan treffen k\u00f6nnen wird. Vorletztes Wochenende war die Streetparade, eigentlich das Jahreshighlight f\u00fcr Lily und mich. Wir verbringen immer das ganze Wochenende von Freitag bis Sonntag in Z\u00fcrich. Gehen gut essen, ziehen durch die Bars und am Samstag tanzen wir vom Start der Parade um Mittag bis in die fr\u00fchen Morgenstunden, zum Schluss im Club, durch. Und es WAR das Jahreshighlight, der emotionale Klimax, ein Befreiungsschlag, ein Auftauchen aus dem Schlaf. Und ich hatte keinen Bock mehr zu rauchen\u2026 oder zu kiffen\u2026 Schon in den Wochen davor h\u00f6rte ich immer wieder auf zu rauchen und zu kiffen\u2026 nur um sogleich wieder damit anzufangen. Drei Monate war ich dem Zeug wieder ausgeliefert. Doch was ich r\u00fcckblickend feststellen musste; es war richtig so! Ok, das braucht jetzt eine Erkl\u00e4rung\u2026 was hat das Kiffen mit mir gemacht? Es hat mich ruhiger gemacht\u2026 es hat mich passiver gemacht\u2026 tr\u00e4ger, ja fast lethargisch. Tut es immer. Heisst; ich jage weder Partys hinterher, noch verrenne ich mich in sexuellen Spielereien, die jeweils meine Pers\u00f6nlichkeit bestimmen\u2026 und ich fange auch nicht an, mich mit dem Sport zu identifizieren. Und insgesamt werde ich \u2013 emotional \u2013 durchl\u00e4ssiger, weicher, verst\u00e4ndnisvoller\u2026 sowohl mir selbst gegen\u00fcber als auch den Menschen in meinem Umfeld gegen\u00fcber. Es schaffte also gewissermassen Raum\u2026 so doof es auch klingen mag&#8230; Raum f\u00fcr alles, was Raum brauchte, f\u00fcr das was erkannt, angeschaut und verstanden werden wollte. 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Nie! \u2026und wenn man mal aufh\u00f6rt die innere Leere krampfhaft zu f\u00fcllen in dem man irgendwelchen Zielen oder Idealen hinterherrennt\u2026 oder das Gef\u00fchl hat dies oder das oder so und so sein zu m\u00fcssen\u2026 wenn man diese Leere einfach mal zul\u00e4sst\u2026 erkennt man, dass diese Leere eigentlich Raum ist, Raum, in dem so vieles m\u00f6glich ist. Raum, in dem alles Platz hat\u2026 Und aus Bed\u00fcrfnissen werden Vorlieben. 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Aber der hat nichts mit dem wahren Beweggrund zu tun, der liegt im Verborgenen. Das war vor drei Monaten. Aber dennoch, der Blog war er\u00f6ffnet, das Insta-Profil da\u2026 und als ich dann bekifft war, kamen sie alle, die \u00c4ngste, die Zweifel. Wen sollte dieser Blog interessieren? Du gibst dir eine Bl\u00f6sse, mit der du dich von allen Seiten angreifbar machst! \u2026und so war dieser Blog da, mit dem ersten und letzten Post irgendwann im Mai\u2026 jetzt ist der 19. August\u2026 Und doch, ich weiss, das Leben macht keine Fehler. Nie! Wir\u2026 also unser Verstand\u2026 begreift das meist erst sp\u00e4ter irgendwann. In dieser Zeit, von Mitte Mai bis jetzt, ist extrem viel passiert. Und das h\u00e4tte ich wohl alles nicht wahrgenommen oder verstanden, wenn ich total in meinem Sportler-Ego gewesen w\u00e4re\u2026 oder h\u00e4tte anders auf gewisse Ereignisse reagiert\u2026 denn auf den wirklichen Weckruf h\u00e4tte ich, w\u00e4re ich noch total mit meinem Sportler-Ego identifiziert gewesen, falsch reagiert. was war denn dieser wirkliche Weckruf? Timo und ich waren in der Kletterhalle, er hatte kaum die Kraft, sich an den Griffen zu halten. Wir setzten uns mitten in der Halle auf den Boden\u2026 ich fragte Timo, ob er denn das Gef\u00fchl hat, die geplante Tour aufs Bl\u00fcemlisalphorn in zwei Wochen, zu schaffen. Er sagte er k\u00f6nne es sich eigentlich gar nicht vorstellen und er hatte fast Angst mir das zu sagen, da es eben mein Traumberg ist. Er erkl\u00e4rte mir auch, dass er oft traurig ist ohne erkenntlichen Grund und oft einfach nur noch schlafen will. Und mir wurde klar, dass es einfach zu viel ist f\u00fcr ihn (und f\u00fcr mich auch)\u2026 das nahende Ende der obligatorischen Schulzeit und der Beginn der Berufslehre, die vielen Bergtouren und so weiter\u2026 ich kontaktierte Julian, den Bergf\u00fchrer, mit dem wir die Tour geplant hatten. Wir legten das Projekt mal auf Eis und beschlossen mal die n\u00e4chste Woche abzuwarten und evtl. eine Alternative zu suchen. Timos Stimmung verbesserte sich in den folgenden Stunden und Tagen extrem. Schlussendlich beschlossen wir dann, mit Julian den M\u00f6nch (4107m) zu besteigen, was zwar auch keine leichte Tour war, aber kurz und spannend\u2026 Mir wurde klar, dass erstens Timo Zeit und Raum braucht und zweitens, dass ich es in meinem Sportler-Ego total \u00fcbertrieben hatte und es uns fast beiden madig gemacht habe\u2026 Die Tour war der Wahnsinn, Wetter perfekt, Verh\u00e4ltnisse grandios (viel Schnee, dadurch etwas spannender). Konditionell und technisch kein Problem, aber ohne Bergf\u00fchrer h\u00e4tten wir diese Tour nicht gemacht. Wir kehrten gl\u00fccklich und ersch\u00f6pft von der Bergtour zur\u00fcck. Timo war so happy wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt hatte. Und das an einem Freitag, dem 13. Juni 2025. Am Samstagabend war Timo bei seiner Mutter zum Essen\u2026 Lily und ich hatten etwas Nasenkaffee genommen, waren angeregt am Diskutieren, die Stimmung war grossartig\u2026 da kam Timo nach Hause und gesellte sich zu uns in den Garten. Da geschah es\u2026 auf einmal r\u00fcckte Timo damit hervor, dass es etwas gibt das er uns schon lange sagen will, sich aber bisher nicht getraut hat. Wof\u00fcr er sich etwas sch\u00e4mt. Er hat einen Traum. Seit Jahren hat er diesen Traum schon. Er hat uns das in Textform er\u00f6ffnet, in einem Text, den er auf seinem Computer geschrieben hatte. Ein grossartiger Text. Ich wusste, dass er je l\u00e4nger je mehr ein Gesp\u00fcr und auch Freude f\u00fcr die Sprache entwickelt. Doch dieser Text war wahnsinnig gut geschrieben. Und darin stand auch, dass meine Idee mit diesem Blog und meine Vision ihn dazu inspiriert haben. Inspiriert dazu, seine Tr\u00e4ume zu leben. Dazu zu stehen. \u00dcber die damit verbundenen \u00c4ngste und Unsicherheiten zu sprechen. Der Blog hatte damit schon das h\u00f6chste m\u00f6gliche Ziel erreicht. Nach einem Blogpost. Ich klopfe mir auf die Schulter\u2026 und Timo er\u00f6ffnet mir, dass das Bergsteigen f\u00fcr ihn etwas an Stellenwert verloren hat. Und ich fand das einfach nur ok. Die Stimmung im Haus verbesserte sich, Timo genoss den Abschluss seiner obligatorischen Schulzeit mit seinen Freunden, wir verbrachten wundersch\u00f6ne Ferien in Rimini. Und als wir von Rimini zur\u00fcckkehrten, kam von Lilys Eltern die Nachricht, dass Lilys Eigentumswohnung wieder frei wird. Die Wohnung geh\u00f6rt Lily, ihre Eltern haben aber noch Wohnrecht und somit obliegt ihnen Nutzen und Schaden aus dieser Wohnung. Diese Wohnung w\u00fcrde uns rund CHF 2500 im Monat weniger kosten als unser aktuelles Haus, das wir ohnehin verlassen wollen&#8230; Zum einen weil wir Pl\u00e4ne haben (PCT und so), die gr\u00f6ssere Einsparungen notwendig machen \u2013 ich aber nicht mehr arbeiten oder meinen Lebensstandard einschr\u00e4nken will\u2026 und uns zum Anderen der Aufwand, den dieses Riesenhaus mit sich bringt, verleidet ist. Ich k\u00f6nnte also sowohl das notwendige Geld f\u00fcr meine Reise und alles drum herum ansparen, ohne meinen Lebensstil einzuschr\u00e4nken und ohne mein Arbeitspensum wieder zu erh\u00f6hen UND dazu k\u00f6nnte ich sogar Timos Traum finanziell unterst\u00fctzen\u2026 und das nicht zu knapp. Und f\u00fcr Lily w\u00e4re der Schritt auch super, da sie so in ihrer Selbstst\u00e4ndigkeit weniger Druck h\u00e4tte. Leider ist die Wohnung an einem Ort, an dem man nicht unbedingt wohnen will. Trotzdem, wir haben uns daf\u00fcr entschieden. Es war kein leichter Entscheid, aber wir freuen uns darauf, weil wir Freiheit gewinnen. Und auch Timo sieht f\u00fcr sich den Nutzen, auch wenn er traurig ist weil er seine Freunde weniger spontan treffen k\u00f6nnen wird. Vorletztes Wochenende war die Streetparade, eigentlich das Jahreshighlight f\u00fcr Lily und mich. Wir verbringen immer das ganze Wochenende von Freitag bis Sonntag in Z\u00fcrich. Gehen gut essen, ziehen durch die Bars und am Samstag tanzen wir vom Start der Parade um Mittag bis in die fr\u00fchen Morgenstunden, zum Schluss im Club, durch. Und es WAR das Jahreshighlight, der emotionale Klimax, ein Befreiungsschlag, ein Auftauchen aus dem Schlaf. Und ich hatte keinen Bock mehr zu rauchen\u2026 oder zu kiffen\u2026 Schon in den Wochen davor h\u00f6rte ich immer wieder auf zu rauchen und zu kiffen\u2026 nur um sogleich wieder damit anzufangen. Drei Monate war ich dem Zeug wieder ausgeliefert. Doch was ich r\u00fcckblickend feststellen musste; es war richtig so! Ok, das braucht jetzt eine Erkl\u00e4rung\u2026 was hat das Kiffen mit mir gemacht? Es hat mich ruhiger gemacht\u2026 es hat mich passiver gemacht\u2026 tr\u00e4ger, ja fast lethargisch. Tut es immer. Heisst; ich jage weder Partys hinterher, noch verrenne ich mich in sexuellen Spielereien, die jeweils meine Pers\u00f6nlichkeit bestimmen\u2026 und ich fange auch nicht an, mich mit dem Sport zu identifizieren. Und insgesamt werde ich \u2013 emotional \u2013 durchl\u00e4ssiger, weicher, verst\u00e4ndnisvoller\u2026 sowohl mir selbst gegen\u00fcber als auch den Menschen in meinem Umfeld gegen\u00fcber. Es schaffte also gewissermassen Raum\u2026 so doof es auch klingen mag&#8230; Raum f\u00fcr alles, was Raum brauchte, f\u00fcr das was erkannt, angeschaut und verstanden werden wollte. Das Streetparade-Wochenende war der H\u00f6hepunkt, das Feuerwerk, das alle Ketten und Mauern sprengte. Nach der Parade hatten wir noch Gras \u00fcbrig, das rauchten wir noch und die Zigaretten begleiteten mich noch bis Dienstag, die waren noch etwas verbunden mit den sch\u00f6nen Erinnerungen ans Wochenende. Doch schon im Laufe des Dienstags wurde mir klar, dass ich sogleich aufh\u00f6ren w\u00fcrde. Mein Bed\u00fcrfnis zu rauchen oder zu kiffen war wie weggeblasen. Ich brauchte es nicht mehr und liess es einfach sein. Keine Lust darauf, kein Verlangen\u2026 aber auch keine Nervosit\u00e4t, keine Reizbarkeit, kein Craving. Tiefenentspannt und zufrieden. Das ist jetzt 11 Tage her. Gestern waren wir in der Stadt und haben nicht wenig getrunken \u2013 DER Trigger f\u00fcr die Rauchlust\u2026 aber\u2026 kein Gedanke daran. Und die Lust zu schreiben ist zur\u00fcck und mit ihr tausend Ideen f\u00fcr neue Texte. Die Lektion: Das Leben macht keine Fehler! 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An dem Punkt hatte ich noch gar nicht verstanden\u2026 Doch kaum hatte ich mit diesem Blog angefangen\u2026 Einen neuen Weg eingeschlagen\u2026 Etwas angefangen, das Potenzial hatte, zu etwas spannendem zu werden, etwas wobei ich richtig enthusiastisch und begeistert war\u2026 passierte das, was immer wieder in solchen Momenten passiert. Das Ego, das Ich, die Pers\u00f6nlichkeitsstruktur\u2026 die m\u00f6gen keine Ver\u00e4nderungen. Die haben Angst davor. Und wie immer, wenn ich Angst habe (nicht, dass mir das in dem Moment bewusst gewesen w\u00e4re), tat ich, was ich in solchen Momenten immer tue. Den einen besten Freund anrufen und Gras holen gehen. Das ist der sichere Weg, jegliche Ver\u00e4nderungen in mir zu unterbinden. Ich weiss nicht mehr, welche es war, aber ich hatte auch eine grossartige Begr\u00fcndung gefunden, wieso ich jetzt \u00abmal wieder EINEN Joint\u00bb rauchen will\u2026 und sollte. Ist immer so, man findet einen Grund. Aber der hat nichts mit dem wahren Beweggrund zu tun, der liegt im Verborgenen. Das war vor drei Monaten. Aber dennoch, der Blog war er\u00f6ffnet, das Insta-Profil da\u2026 und als ich dann bekifft war, kamen sie alle, die \u00c4ngste, die Zweifel. Wen sollte dieser Blog interessieren? Du gibst dir eine Bl\u00f6sse, mit der du dich von allen Seiten angreifbar machst! \u2026und so war dieser Blog da, mit dem ersten und letzten Post irgendwann im Mai\u2026 jetzt ist der 19. August\u2026 Und doch, ich weiss, das Leben macht keine Fehler. Nie! Wir\u2026 also unser Verstand\u2026 begreift das meist erst sp\u00e4ter irgendwann. In dieser Zeit, von Mitte Mai bis jetzt, ist extrem viel passiert. Und das h\u00e4tte ich wohl alles nicht wahrgenommen oder verstanden, wenn ich total in meinem Sportler-Ego gewesen w\u00e4re\u2026 oder h\u00e4tte anders auf gewisse Ereignisse reagiert\u2026 denn auf den wirklichen Weckruf h\u00e4tte ich, w\u00e4re ich noch total mit meinem Sportler-Ego identifiziert gewesen, falsch reagiert. was war denn dieser wirkliche Weckruf? Timo und ich waren in der Kletterhalle, er hatte kaum die Kraft, sich an den Griffen zu halten. Wir setzten uns mitten in der Halle auf den Boden\u2026 ich fragte Timo, ob er denn das Gef\u00fchl hat, die geplante Tour aufs Bl\u00fcemlisalphorn in zwei Wochen, zu schaffen. Er sagte er k\u00f6nne es sich eigentlich gar nicht vorstellen und er hatte fast Angst mir das zu sagen, da es eben mein Traumberg ist. Er erkl\u00e4rte mir auch, dass er oft traurig ist ohne erkenntlichen Grund und oft einfach nur noch schlafen will. Und mir wurde klar, dass es einfach zu viel ist f\u00fcr ihn (und f\u00fcr mich auch)\u2026 das nahende Ende der obligatorischen Schulzeit und der Beginn der Berufslehre, die vielen Bergtouren und so weiter\u2026 ich kontaktierte Julian, den Bergf\u00fchrer, mit dem wir die Tour geplant hatten. Wir legten das Projekt mal auf Eis und beschlossen mal die n\u00e4chste Woche abzuwarten und evtl. eine Alternative zu suchen. Timos Stimmung verbesserte sich in den folgenden Stunden und Tagen extrem. Schlussendlich beschlossen wir dann, mit Julian den M\u00f6nch (4107m) zu besteigen, was zwar auch keine leichte Tour war, aber kurz und spannend\u2026 Mir wurde klar, dass erstens Timo Zeit und Raum braucht und zweitens, dass ich es in meinem Sportler-Ego total \u00fcbertrieben hatte und es uns fast beiden madig gemacht habe\u2026 Die Tour war der Wahnsinn, Wetter perfekt, Verh\u00e4ltnisse grandios (viel Schnee, dadurch etwas spannender). Konditionell und technisch kein Problem, aber ohne Bergf\u00fchrer h\u00e4tten wir diese Tour nicht gemacht. Wir kehrten gl\u00fccklich und ersch\u00f6pft von der Bergtour zur\u00fcck. Timo war so happy wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt hatte. Und das an einem Freitag, dem 13. Juni 2025. Am Samstagabend war Timo bei seiner Mutter zum Essen\u2026 Lily und ich hatten etwas Nasenkaffee genommen, waren angeregt am Diskutieren, die Stimmung war grossartig\u2026 da kam Timo nach Hause und gesellte sich zu uns in den Garten. Da geschah es\u2026 auf einmal r\u00fcckte Timo damit hervor, dass es etwas gibt das er uns schon lange sagen will, sich aber bisher nicht getraut hat. Wof\u00fcr er sich etwas sch\u00e4mt. Er hat einen Traum. Seit Jahren hat er diesen Traum schon. Er hat uns das in Textform er\u00f6ffnet, in einem Text, den er auf seinem Computer geschrieben hatte. Ein grossartiger Text. Ich wusste, dass er je l\u00e4nger je mehr ein Gesp\u00fcr und auch Freude f\u00fcr die Sprache entwickelt. Doch dieser Text war wahnsinnig gut geschrieben. Und darin stand auch, dass meine Idee mit diesem Blog und meine Vision ihn dazu inspiriert haben. Inspiriert dazu, seine Tr\u00e4ume zu leben. Dazu zu stehen. \u00dcber die damit verbundenen \u00c4ngste und Unsicherheiten zu sprechen. Der Blog hatte damit schon das h\u00f6chste m\u00f6gliche Ziel erreicht. Nach einem Blogpost. Ich klopfe mir auf die Schulter\u2026 und Timo er\u00f6ffnet mir, dass das Bergsteigen f\u00fcr ihn etwas an Stellenwert verloren hat. Und ich fand das einfach nur ok. Die Stimmung im Haus verbesserte sich, Timo genoss den Abschluss seiner obligatorischen Schulzeit mit seinen Freunden, wir verbrachten wundersch\u00f6ne Ferien in Rimini. Und als wir von Rimini zur\u00fcckkehrten, kam von Lilys Eltern die Nachricht, dass Lilys Eigentumswohnung wieder frei wird. Die Wohnung geh\u00f6rt Lily, ihre Eltern haben aber noch Wohnrecht und somit obliegt ihnen Nutzen und Schaden aus dieser Wohnung. Diese Wohnung w\u00fcrde uns rund CHF 2500 im Monat weniger kosten als unser aktuelles Haus, das wir ohnehin verlassen wollen&#8230; Zum einen weil wir Pl\u00e4ne haben (PCT und so), die gr\u00f6ssere Einsparungen notwendig machen \u2013 ich aber nicht mehr arbeiten oder meinen Lebensstandard einschr\u00e4nken will\u2026 und uns zum Anderen der Aufwand, den dieses Riesenhaus mit sich bringt, verleidet ist. Ich k\u00f6nnte also sowohl das notwendige Geld f\u00fcr meine Reise und alles drum herum ansparen, ohne meinen Lebensstil einzuschr\u00e4nken und ohne mein Arbeitspensum wieder zu erh\u00f6hen UND dazu k\u00f6nnte ich sogar Timos Traum finanziell unterst\u00fctzen\u2026 und das nicht zu knapp. Und f\u00fcr Lily w\u00e4re der Schritt auch super, da sie so in ihrer Selbstst\u00e4ndigkeit weniger Druck h\u00e4tte. Leider ist die Wohnung an einem Ort, an dem man nicht unbedingt wohnen will. Trotzdem, wir haben uns daf\u00fcr entschieden. Es war kein leichter Entscheid, aber wir freuen uns darauf, weil wir Freiheit gewinnen. Und auch Timo sieht f\u00fcr sich den Nutzen, auch wenn er traurig ist weil er seine Freunde weniger spontan treffen k\u00f6nnen wird. Vorletztes Wochenende war die Streetparade, eigentlich das Jahreshighlight f\u00fcr Lily und mich. Wir verbringen immer das ganze Wochenende von Freitag bis Sonntag in Z\u00fcrich. Gehen gut essen, ziehen durch die Bars und am Samstag tanzen wir vom Start der Parade um Mittag bis in die fr\u00fchen Morgenstunden, zum Schluss im Club, durch. Und es WAR das Jahreshighlight, der emotionale Klimax, ein Befreiungsschlag, ein Auftauchen aus dem Schlaf. Und ich hatte keinen Bock mehr zu rauchen\u2026 oder zu kiffen\u2026 Schon in den Wochen davor h\u00f6rte ich immer wieder auf zu rauchen und zu kiffen\u2026 nur um sogleich wieder damit anzufangen. Drei Monate war ich dem Zeug wieder ausgeliefert. Doch was ich r\u00fcckblickend feststellen musste; es war richtig so! Ok, das braucht jetzt eine Erkl\u00e4rung\u2026 was hat das Kiffen mit mir gemacht? Es hat mich ruhiger gemacht\u2026 es hat mich passiver gemacht\u2026 tr\u00e4ger, ja fast lethargisch. Tut es immer. Heisst; ich jage weder Partys hinterher, noch verrenne ich mich in sexuellen Spielereien, die jeweils meine Pers\u00f6nlichkeit bestimmen\u2026 und ich fange auch nicht an, mich mit dem Sport zu identifizieren. Und insgesamt werde ich \u2013 emotional \u2013 durchl\u00e4ssiger, weicher, verst\u00e4ndnisvoller\u2026 sowohl mir selbst gegen\u00fcber als auch den Menschen in meinem Umfeld gegen\u00fcber. Es schaffte also gewissermassen Raum\u2026 so doof es auch klingen mag&#8230; Raum f\u00fcr alles, was Raum brauchte, f\u00fcr das was erkannt, angeschaut und verstanden werden wollte. Das Streetparade-Wochenende war der H\u00f6hepunkt, das Feuerwerk, das alle Ketten und Mauern sprengte. Nach der Parade hatten wir noch Gras \u00fcbrig, das rauchten wir noch und die Zigaretten begleiteten mich noch bis Dienstag, die waren noch etwas verbunden mit den sch\u00f6nen Erinnerungen ans Wochenende. Doch schon im Laufe des Dienstags wurde mir klar, dass ich sogleich aufh\u00f6ren w\u00fcrde. Mein Bed\u00fcrfnis zu rauchen oder zu kiffen war wie weggeblasen. Ich brauchte es nicht mehr und liess es einfach sein. Keine Lust darauf, kein Verlangen\u2026 aber auch keine Nervosit\u00e4t, keine Reizbarkeit, kein Craving. Tiefenentspannt und zufrieden. Das ist jetzt 11 Tage her. Gestern waren wir in der Stadt und haben nicht wenig getrunken \u2013 DER Trigger f\u00fcr die Rauchlust\u2026 aber\u2026 kein Gedanke daran. Und die Lust zu schreiben ist zur\u00fcck und mit ihr tausend Ideen f\u00fcr neue Texte. Die Lektion: Das Leben macht keine Fehler! Nie! \u2026und wenn man mal aufh\u00f6rt die innere Leere krampfhaft zu f\u00fcllen in dem man irgendwelchen Zielen oder Idealen hinterherrennt\u2026 oder das Gef\u00fchl hat dies oder das oder so und so sein zu m\u00fcssen\u2026 wenn man diese Leere einfach mal zul\u00e4sst\u2026 erkennt man, dass diese Leere eigentlich Raum ist, Raum, in dem so vieles m\u00f6glich ist. Raum, in dem alles Platz hat\u2026 Und aus Bed\u00fcrfnissen werden Vorlieben. 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